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Jahrgang 2015 Nummer 8

Heilige Eleonora, Königin

Aus dem Buch: »Illustrierte Heiligen-Legende für Schule und Haus«, erschienen im Jahre 1890

Eleonora (mitleidig), Tochter des Grafen von der Provence in Frankreich, entwickelte herrliche Anlagen des Geistes und Herzens und leibliche Vorzüge. König Heinrich III. von England vermählte sich mit ihr 1236. Gott segnete diese Ehe mit vielen Kindern, wovon nur zwei Söhne und zwei Töchter die Eltern überlebten. Die fromme Königin und Mutter hatte genug Herzeleid auszustehen, indem sie liebe Kinder sterben sah, und weil der König mit Frankreich Krieg führte und mit unruhigen Großen im Lande zu kämpfen hatte. Sie ertrug alles mit christlicher Geduld und Ergebung. Unermüdlich war ihre Sorgfalt für eine gute Erziehung der Kinder und für die Armen und Bedrängten. Eleonora zog sich von dem Geräusche des Hoflebens möglichst in die Einsamkeit zurück zum Gebete und zur Betrachtung, versäumte aber keine ihrer Pflichten. Nach 37-jähriger friedlicher Ehe starb ihr Gemahl 1273, und ihr Sohn Eduard I. bestieg den Thron. Nun ließ sich die heilige Königinwitwe im Kloster Ambresbury als Nonne aufnehmen, gab daselbst noch 19 Jahre das schönste Beispiel der Gottseligkeit und lebte nur mehr für den Himmel. Dafür verlieh ihr Gott die Gabe, durch ihr Gebet Wunder zu wirken, bis er seine treue Dienerin am 21. Februar 1292 zu sich berief und mit der Himmelskrone schmückte.

Lehre. Gott hat die Ehe schon im Paradiese eingesetzt, und der göttliche Heiland dieselbe zu einem Sakramente erhoben. Den Verehelichten sind große und wichtige Pflichten auferlegt. Die heilige Eleonora ist für die Ehefrauen und Mütter ein schönes Vorbild, indem sie die ehelichen Pflichten nicht missachtete, vielmehr nach dem Willen Gottes genau erfüllte, Sanftmut und Geduld übte, stets friedfertig war und die Kinder sorgfältig erzog.

Gebet. Allmächtiger Gott, Schöpfer des Himmels und der Erde! Schenke allen Eheleuten deine Gnade und stehe ihnen bei, damit sie die Pflichten ihres Standes nach deinem heiligen Willen erfüllen, aller Widerwärtigkeiten geduldig ertragen und ihre Kinder fromm erziehen. Amen.

 

Die Texte unserer »Heiligen-Legende« stammen alle (wie im Titel angegeben) aus dem Jahr 1890 und geben die Ansichten der damaligen Zeit wieder. Oftmals wurden damals Beschuldigungen gegen Juden oder andere Glaubensgruppen erhoben, die nach heutiger wissenschaftlicher Erkenntnis nicht haltbar sind. Wir möchten daher klar stellen, dass die Texte unter diesen Gegebenheiten zu sehen sind und weisen darauf hin, dass mit der Veröffentlichung dieser Originaltexte keineswegs volksverhetzende Propaganda unsererseits betrieben werden soll.

 

8/2015