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Jahrgang 2020 Nummer 3

Ein Gebäudeensemble der besonderen Art

Stadt Traunstein kaufte Anlagen der aufgelassenen Saline – Übergabe am 1. Januar 1914

Zahlreiche Grundstücke und Gebäude der aufgelassenen Saline kaufte die Stadt Traunstein. Unter anderem übernahm sie am 1. Januar 1914 auch das Brunnhaus (links) und die Arbeiterwohnhäuser, die noch aus der Gründerzeit des Salzwerkes im 17. Jahrhundert stammen. Die Stadt sanierte die Gebäude. (Fotos: Pültz/Stadt Traunstein)
Auch die »Pfanne V« wechselte 1914 den Besitzer. In dem Gebäude hatte der Staat, der als Unternehmer in Traunstein Salz gewann, 1870 eine weitere, dann fünfte Pfanne zum Versieden von Sole eingerichtet, die die vier im Karl-Theodor-Sudhaus untergebrachten Sudstätten ergänzte. Rund ein Jahrhundert behielt die Stadt Traunstein das Gebäude. Schließlich veräußerte sie das Haus – und ein Investor sanierte das Gebäude, in dem nun Wohnungen eingerichtet sind.
Das 1785 und 1786 gebaute Karl-Theodor-Sudhaus, so benannt nach dem Kurfürsten, der die Produktionsstätte damals errichtete, war das Herzstück der Saline Traunstein gewesen. Die Stadt erwarb das Gebäude 1914. Nachdem Bemühungen, das Gebäude weiter zu nutzen, scheiterten, ließ die Stadt die frühere Produktionsstätte 1924 sprengen. Heute ist an dieser Stelle der Karl-Theodor-Parkplatz.
Mit einem Schlag erweiterte sich 1914 das Eigentum der Stadt Traunstein: Sie übernahm die Grundstücke und Gebäude der Saline, die der Staat 1912 stillgelegt hatte. Auf einem Katasterplan aus dieser Zeit, den das Stadtarchiv Traunstein aufbewahrt, sind auch und gerade die Gebäude (dunkel schraffiert) vermerkt. Auffällig ist das kreuzförmige Karl-Theodor-Sudhaus.

Es war ein Donnerstag. Und an diesem 1. Januar 1914 fielen der Stadt Traunstein auf einen Schlag zahlreiche Grundstücke und Gebäude in den Schoß. Nicht nur das riesige Karl-Theodor-Sudhaus und die große Fünferpfanne übernahm sie vom Königreich Bayern. Auch die langen Arbeiterwohnhäuser, die in der Au in der Nachbarschaft standen, sowie viele stattliche Lager wechselten den Besitzer. Nicht mehr als 65000 Mark musste die Stadt für die Realien der Saline Traunstein bezahlen, die 1912 ihren Betrieb eingestellt hatte. Der Staat trennte sich von seiner früheren Salzproduktionsstätte, für die er keine Verwendung mehr hatte. Die Stadt griff zu und erwarb die Reste des einstigen Betriebes zu einem Kaufpreis, der nicht allzu hoch war. Im Gegenzug musste Traunstein aber eine Bedingung erfüllen, die München stellte – und da ließ die Regierung nicht mit sich reden. Die Stadt musste sich bereit erklären, ihren Verwaltungsbezirk zu vergrößern und die Au einzugemeinden. In der bis dato selbstständigen, den Salinenbezirk umfassenden Kommune lag einiges im Argen. Sie hatte wenig Geld und konnte kommunale Aufgaben wie zum Beispiel den Straßenbau nur unbefriedigend oder gar nicht erfüllen. Und der große Nachbar, die Stadt Traunstein, erhielt nun den Auftrag, die klaffenden Lücken in der Infrastruktur zu schließen.

Das Feuer unter den Sudpfannen der Saline war im Sommer 1912 ausgegangen. 1619 hatte der bayerische Staat angefangen, in Traunstein Salz zu gewinnen. Fast 300 Jahre lang erhitzte er Sole, die in einer Leitung von Reichenhall nach Traunstein floss, in Pfannen. Das Wasser verdampfte, Kristalle bildeten sich. Am 29. Juni 1912 begann die letzte Sud in Traunstein, wenig später zogen die Arbeiter noch einmal Salz aus den Pfannen. Der immer weiter zunehmende Wettwerb auf dem Markt zwang den bayerischen Staat zu Rationalisierungen in seiner über das Land verteilten Produktion. Eine Konzentration der Standorte erfolgte – und die neue Härte der Wirtschaftspolitik bekam der alte Betrieb an der Traun zu spüren. München schloss das Werk in Traunstein und gliederte den Betrieb der Saline in Reichenhall an.

Verhandlungen gingen im Dezember 1913 zu Ende

Mit dem Ende der Salzgewinnung benötigte der Staat seine Produktionsanlagen in Traunstein nicht mehr. Einen Käufer suchte er – und er fand ihn in der Stadt Traunstein. Und so setzten sich nach der Stilllegung des Betriebs Vertreter der königlichen Generaldirektion der Berg-, Hütten- und Salzwerke, die im Auftrag des Staates den Nachlass der aufgelassenen Saline Traunstein verwaltete, und der Stadt Traunstein an einen Tisch. Ende 1913 fanden die Verhandlungen, die die Zeitgenossen als außerordentlich schwierig bezeichneten, ihren Abschluss: Im Dezember billigte einerseits die bayerische Regierung und andererseits der Stadtmagistrat die ausgehandelten Ergebnisse – der Kaufvertrag war perfekt. Die Vereinbarung, unterzeichnet von Bürgermeister Dr. Georg Vonficht und von Finanzminister Georg von Breunig, liegt heute in den Archiven in Traunstein und München.

Der Staat verkaufte – fast ausnahmslos – alle Grundstücke und Gebäude der aufgelassenen Saline. So trennte er sich von den Produktions- und Werksgebäuden: vom Karl-Theodor-Sudhaus und von der Fünferpfanne ebenso wie von der Dungsalzmühle und vom Wilhelmi- Magazin. Die Pfanne V oder Fünferpfanne hieß im Übrigen deshalb so, weil in dem Gebäude die fünfte Siedevorrichtung in Ergänzung der vier Pfannen untergebracht war, die allesamt im Karl-Theodor-Sudhaus angeordnet waren. Neben den Gebäuden, die der Salzgewinnung gedient hatten, übergab der Staat insbesondere auch die Arbeiterwohnhäuser, die Namen aus der Herrscherfamilie der Wittelsbacher trugen: den Alberti-Ferdinandi- und den Wilhelmi-Maximiliani-Stock. Die Gebäude besaßen allesamt schon ein mehr oder weniger hohes Alter: Das Karl-Theodor-Sudhaus etwa hatte der Staat 1785 und 1786 errichtet, die Wohnhäuser für die Arbeiter sogar schon 1619 beziehungsweise 1621. Abgesehen von – wenn auch bedeutenden – Ausnahmen wie dem Karl-Theodor-Sudhaus stehen die meisten Gebäude auch heute noch und erinnern als stille Zeugen aus einer vergangenen Zeit an die staatliche Salzgewinnung, die die Entwicklung Traunsteins durch die Jahrhunderte hindurch maßgeblich begünstigte.

Der Kaufpreis betrug 65000 Mark

Für die Veräußerung der Grundstücke samt Gebäuden legten der Staat und die Stadt damals fest: »Der Kaufpreis beträgt 65000 M (fünfundsechzigtausend Mark)«, so die Bestimmung im Vertrag. »Die Stadtgemeinde verpflichtet sich, diesen Kaufpreis in zwanzig gleichen Jahresraten zu je 3250 M (dreitausendzweihundertfünfzig Mark) zu bezahlen.« Und beide Seiten hielten in der im Dezember 1913 abgeschlossenen Vereinbarung fest: »Die Übergabe der verkauften Grundbesitzungen erfolgt am 1. Januar 1914; von diesem Zeitpunkt an gehen die Nutzungen auf die Stadtgemeinde über.« Der Kaufpreis lag deutlich über den Vorstellungen der Stadtväter. Sie hatten gehofft, dass sie nur 10000 Mark hinblättern müssen. Doch die Stadt war dann auch in der Lage, den höheren Betrag zu stemmen. Denn sie bekam finanzielle Unterstützung: Zuschüsse vom Kreis, der vergleichbar war mit dem heutigen Regierungsbezirk, und vom Staat.

Mitten drin in der Masse, die der Staat veräußerte, lagen die Arbeiterhäuser, die noch aus der Gründerzeit der Saline im 17. Jahrhundert stammten. Anfang 1914 – rund eineinhalb Jahre nach der Stilllegung des Unternehmens – waren nach wie vor Mieter in den Gebäuden. Und der alte Eigentümer traf Vorkehrungen, damit der neue die Bewohner nicht vor die Tür setzt. So enthielt der Vertrag die Klausel, dass die Stadtgemeinde Traunstein die Arbeiter, die auch nach der Schließung des Betriebs immer noch vor Ort waren und in Diensten der staatlichen Salinenverwaltung standen oder schon in Pension gegangen waren, zusammen mit ihren Familien in den Räumen, die die Wohnungspolizei nicht beanstandete, nicht ausquartieren darf. Sie durften in ihren Unterkünften bleiben – und zwar zu Bedingungen, »die den bisher an den Staat gezahlten Mietpreisen entsprechen«. Die Ausnahme: »Diese Verpflichtung fällt gegenüber den Personen weg, deren Verhalten das Verbleiben in der Wohnung als untunlich erscheinen läßt.«

Staat behielt Salinenkapelle und Rupertistadel

Vom Verkauf ausgeschlossen war die Rupertus- oder – wie sie heute immer genannt wird – die Salinenkapelle. Der Staat behielt sie, die Stadtgemeinde Traunstein verpflichtete sich jedoch, die Umgebung von einer Bebauung frei zu halten sowie den Platz vor und die Zugänge zur 1630/31 erbauten und 1671 geweihten Kirche »in einem der Würde des Gotteshauses angemessenen Zustand zu erhalten«.

Neben der Salinenkapelle blieb auch der »neue Baumaterialienstadel« außen vor, als der Staat der Stadt das Vermögen der von ihm außer Dienst gestellten Saline übertrug. Diesen 1864 errichteten Rupertistadel, so der geläufige Name für das heute an der Salinenstraße stehende Gebäude, gab der Staat nicht ab. Allerdings verschob er die Zuständigkeiten: Fortan war nicht mehr die Salinen-, sondern die Bauverwaltung für das Gebäude verantwortlich. Bis in die heutige Zeit hat sich an den Eigentumsverhältnissen nichts geändert. Der Rupertistadel bietet der Flussmeisterstelle Traunstein, einer staatlichen Einrichtung, eine Unterkunft. 1914 war der Staat der Stadt gegenüber zu einem Zugeständnis bereit gewesen: Die Solereserven in dem Gebäude, die aus Reichenhall kommendes Salzwasser speicherten, durfte die Stadtgemeinde »als Behälter für Badesole« verwenden. So gab der Staat grünes Licht, dass sich die Stadt weiterhin mit Salzwasser aus Reichenhall versorgen und damit den Kur- und Badebetrieb in Traunstein aufrechterhalten konnte. Bis in die 30er Jahre des vergangenen Jahrhunderts hinein floss Sole nach Traunstein.

Beide Seiten stellten das ausgehandelte Abkommen unter einen Vorbehalt, der ohne Wenn und Aber zu erfüllen war. »Der gegenwärtige Kaufvertrag hat nur unter der Voraussetzung des endgültigen Zustandekommens der Eingemeindung der Gemeinde Au in den Stadtgemeindebezirk Traunstein als abgeschlossen zu gelten.«

Eingemeindung der Au am 1. Januar 1914

Diese Bedingung erfüllten beide Seiten. Ende 1913 verständigten sie sich auf einen »Eingemeindungsvertrag zwischen der ehemaligen Salinengemeinde Au und der Stadtgemeinde Traunstein«, der dann – ebenso wie der Kaufvertrag – am 1. Januar 1914 in Kraft trat. Auch diese Vereinbarung ist in den Archiven erhalten geblieben.

Die große Kommune war alles andere als begeistert, die kleine zu übernehmen. Denn die Stadt erhielt vom Staat eine Reihe von Aufgaben aufgebürdet, die zu erfüllen eine schwere Last für sie in den kommenden Jahren bedeutete. »Die Stadtgemeinde hat,umdieAuan den Verkehr zu bringen, eine direkte Straße von der Rosenheimerstraße zur Heiliggeistbrücke anzulegen«, steht dort etwa geschrieben. Und weiter: »Die Au ist zu kanalisieren. Die Hauptortsstraßen sind allmählich nach modernem Verfahren herzustellen. Für ausreichende Ortsbeleuchtung ist sofort Sorge zu tragen.« Und der Staat verpflichtete die Stadt etwa auch dazu, »die Hochdruckwasserleitung in die Au zu legen und an geeigneten Stellen Hydranten anzubringen«. Angesichts des langen Forderungskatalogs ist gut vorstellbar, dass die Herren im Rathaus schwer zu atmen begannen, als sie den Preis erfuhren, den sie für die Übernahme der Realien der Saline zu zahlen verdonnert worden waren.

Überaus viele Grundstücke der aufgelassenen Saline kamen 1914 in den Besitz der Stadt. Der neue Eigentümer der alten Realien, die den Betrieb des staatlichen Salzwerkes über Jahrhunderte gesichert hatten, erhielt freie Hand – zumindest weitgehend. Er konnte mit dem Grund und Boden, vor allem auch mit den Gebäuden, im Großen und Ganzen machen, was er wollte. Doch dort, wo der Staat der Stadt einen Wink mit dem Zaunpfahl gegeben hatte, versuchte sie in den Jahren nach der Übernahme, dem Fingerzeig aus München Rechnung zu tragen.

Was insbesondere das Karl-Theodor-Sudhaus betraf, so hatte der alte Eigentümer die Hoffnung ausgesprochen, dass der neue das Gebäude einer weiteren groß angelegten Nutzung zuführt. So lautete eine Klausel im Eingemeindungsvertrag: »Die Stadtgemeinde Traunstein hat für die industrielle Verwertung des Fünfersudhauses, des großen Karl Theodor Sudhauses und des großen Baustadels in Verbindung mit der Wasserkraft ehestens Sorge zu tragen.« Und diesen Auftrag scheinen die Stadtväter ernst genommen zu haben. So erfolgte zwar keine Ansiedelung eines Großbetriebes, der der Saline vergleichbar gewesen wäre, aber zumindest kam eine gewerbliche Nutzung zustande. So war damals dann von Gewerbehallen die Rede, die im Erdgeschoß des ehemaligen Sudhauses angeordnet waren.

Pläne für Umbau vom Karl-Theodor-Sudhaus

Anfang der 20er Jahre verdichteten sich dann die Vorzeichen, dass das einstige Sudhaus auf Dauer Bestand haben könnte. Der große Wurf schien zum Greifen nahe. Geführt vom damaligen Bürgermeister Vonficht plante der Stadtrat 1922, das baufällige Gebäude – wie Stadtarchivar Franz Haselbeck in seinem Aufsatz »Traunstein ohne Salz?« im neuen Band mit eben diesem Titel, den die Stadt 2019 zum Salzjubiläum herausbrachte, ausführt – instandzusetzen und in ein Stadthaus umzubauen. Vonficht und die Männer, die an seiner Seite standen, wollten zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Denn neben dem Erhalt des alten Gebäudes setzten sie sich vor allem auch das Ziel, in einer Zeit, in der die Arbeitslosigkeit zu steigen drohte, ein Beschäftigungsprogramm aufzulegen. Die Stadt sollte die Aufträge an die heimische Bauwirtschaft vergeben und auf diese Weise dazu beitragen, Arbeitsplätze zu sichern.

Der Stadtrat hatte große Pläne mit dem einstigen Sudhaus. Während im Parterre weiterhin Gewerbehallen angedacht waren, so sollte im ersten Obergeschoß eine Reihe von Schulen untergebracht werden: die Knaben- wie auch die Mädchenvolksschule, die Landwirtschaftliche Kreiswinterschule, eine neu zu errichtende weibliche Berufsfortbildungsschule sowie möglicherweise auch eine Alm- und Weideschule.

Doch dann kam alles ganz anders. Nach Schätzungen des Architekten Carl Jäger aus München, den die Stadt eingeschaltet hatte, kostete der Umbau des Karl-Theodor-Sudhauses zu einem zentralen Schulgebäude rund 4,5 Millionen Mark – und diese Summe war von der Stadt, wie sich herausstellte, nicht zu stemmen. Das Innenministerium in München stellte zwar einen Zuschuss in Höhe von 15000 Mark in Aussicht, doch diese staatliche Unterstützung war nur ein Tropfen auf den heißen Stein – ganz abgesehen davon, dass auch und gerade die Inflation die Verwirklichung der Pläne unmöglich machte. Die Stadt ließ das Projekt fallen. Mit diesem Plan scheiterte der letzte Versuch, das ehemalige Sudhaus zu retten. Und so fiel das Damoklesschwert auf das nicht mehr gebrauchte Industriegebäude: Die Stadt beschloss, das alte Sudhaus abzureißen. Am 23. April 1924 nachmittags um 2 Uhr ging ein Sprengkommando der Reichswehr aus München ans Werk – das Karl- Theodor-Sudhaus fiel in sich zusammen und war Geschichte. Die Stadt nutzte die Fläche von 1926 bis 1969 als Festwiese, ehe sie daran ging, einen großen Parkplatz zu schaffen, der bis in die heutige Zeit hinein Bestand hat.

Arbeiterwohnhäuser blieben erhalten

Nicht abgebrochen, vielmehr erhalten hat die Stadt hingegen die Arbeiterwohnhäuser, die sie 1914 übernahm. An den Wohnhäusern waren die Jahrhunderte, wie man damals unschwer erkennen konnte, nicht spurlos vorübergegangen. Der Zahn der Zeit nagte an den Gebäuden – und zwar gewaltig. Die Mauern waren feucht, die Räume eng und dunkel. Und die sanitären Einrichtungen ließen mehr als nur zu wünschen übrig. Zeitgenössischen Berichten ist zu entnehmen, dass die Arbeiter der Saline mehr schlecht als recht in den Wohnungen hausten. Mangelnde Hygiene, ständige Feuchtigkeit und schlechte Heizung führten häufig zu Erkrankungen der Bewohner. Der Staat machte im Zuge der Übergabe an die Stadt kein Hehl daraus, dass er aufgrund des Bauzustandes und der Beanstandungen schon den Abbruch des Alberti- Ferdinandi- und des Wilhelmi-Maximiliani-Stockes, dann auch des langen Wohnstockes, auch Marienstock genannt, in Aussicht genommen hatte. Auf Wunsch der Gemeinde Au ließ er sie dann aber doch stehen. Mit dem Verkauf stellte der Staat der Stadt anheim, die Gebäude abzureißen oder zu erhalten – wobei er aber bemerkte, dass die Beschaffenheit »mangelhaft« und die Benutzbarkeit »beschränkt« sei.

Die Stadt jedoch riss die Arbeiterwohnhäuser, wie die folgenden Jahre und Jahrzehnte zeigten, nicht ab. Vielmehr hielt sie an ihnen fest. Sie unterzog sie eines Tages einer Sanierung und legte damit den Grundstein, dass sie heute die Schauseite des Salinenparks bilden und den Betrachter in die Zeit der Salinengründung im 17. Jahrhundert entführen.

Gernot Pültz

 

Quellen:

- Kaufvertrag zwischen dem Königlich-Bayerischen Staat und der Stadtgemeinde Traunstein über die Veräußerung des Besitztums der aufgelassenen

Saline Traunstein, Dezember 1913, in: Stadtarchiv Traunstein, Akten 1870-1972, 912/2-1.

- Eingemeindungsvertrag zwischen der ehemaligen Salinengemeinde Au und der Stadtgemeinde Traunstein, Dezember 1913, in: Stadtarchiv Traunstein, Akten 1870-1972, 912/2-1. Literatur unter anderem:

- Haselbeck, Franz: Traunstein ohne Salz? Eine einleitende Betrachtung zur Stadtgeschichte, in: Stadt Traunstein (Herausgeber): Traunstein ohne Salz? Aufsatzband, Traunstein 2019, S. 7-40.

 

3/2020