Jahrgang 2001 Nummer 9

»Die Kunigund bringt d’ Wärm vo unt«

Zu ihrem Namenstag am 3. März

Wer kennt nicht diesen Spruch zum 3. März. Er soll bedeuten es geht wieder auswärts dem Frühjahr zu und wird wärmer nach den kalten Wintermonaten. Die Wetter- auch Bauernregeln auch Lostage, sind das ganze Jahr über zu finden und waren früher mehr verbreitet und beachtet als heute. So hieß es, unter anderem in Januar; Fabian und Sebastian (20.) fängt der zweite Winter an; oder, Pauli Bekehr (25.) Winter halb hin halb her; im Februar, wenns um Lichtmeß (2.). stürmt und schneit ist der Frühling nicht mehr weit; Mattheis (24.) bricht´s Eis, hat er keins dann macht er eins; auch, nach Mattheis geht kein Fuchs mehr übers Eis. Mit der bekannteste Spruch dürfte wohl der zu Kunigund sein. Warum ist dieser Namenstag am 3. März?

Es ist der Todestag der Heiligen Kunigunde, gestorben am 3. März 1033 im Kloster Kaufungen bei Kassel, wo sie sich nach dem Tode ihres Gatten, 1024, Kaiser Heinrich II., der Heilige, zurückzog. Sie dürften das einzige Kaiserpaar sein das »Heilig« gesprochen wurde. Heinrich II., vom Papst Eugen III. 1146, Kunigunde, vom Papst Innozenz III. 1200. Beide wurden im Bamberger Dom begraben. Bamberg war ihr Lieblingsaufenthaltsort. Sie sind auch die Gründer und Errichter des Bistums Bamberg 1007.

Nun wer ist diese Kunigunde die in Franken, besonders in Bamberg heute noch verehrt wird. Sie war die Tochter des Siegfried von Salm, (heute Vielsalm in Belgien, unweit der deutsch-luxemburgischen Grenze) Graf im Moselgau. Graf Siegfried von Salm erwarb 963, von der Abtei Trier, die Lützelburg (Luxemburg) im Tal der Alzette. Dieses Geschlecht von Salm wird heute als die »Luxemburger« geführt. Siegfrieds Urenkel, Graf Konrad I,. gestorben 1086 war der erste der sich nach Lützelburg nannte. Kunigunde heiratete um 995 den Herzog von Bayern Heinrich IV., ab 1002 König, 1014 Kaiser (1002 bis 1024), an dessen regieren sie regen Anteil nahm. Die Ehe der Beiden blieb kinderlos. Dies dürfte mit beigetragen haben zur Gründung des Bistums Bambergs, das sie reich beschenkten.

Nach dem Tode ihres Gatten, des Kaisers Heinrich II. 1024, zieht sie sich ins Kloster Kaufungen bei Kassel zurück. Sie macht noch zahlreiche Schenkungen aus ihrem Besitz. Unter anderen, an das Kloster Kühbach, bei Aichach, an die Freisinger Kirche, Güter in Ranshofen, Ostermiething, den Forst Weilhart (Innviertel/Niederösterreich) unweit der Grenze zu Bayern, sowie ihren Besitz zu Reichenhall. An Salzburg vergibt sie ihre Höfe zu Oetting (Altötting) und Burghausen, nebst vier Forste. Unter den Zeugen dieser Urkunde sind auch die »comes Sizo iterumque Sizo« (Grafen Sieghard und Sieghard), vom Geschlechte der Sieghardinger, Grafen im Chiem- und Salzburggau.

Durch die Verbindung der Kunigunde mit Kaiser Heinrich II. dürfte ihr Bruder 1004, als Heinrich V., Herzog von Bayern geworden sein. Nach einen Aufstand gegen den König verliert er 1009 das Herzogtum wieder und erhält es 1018 in Regensburg, aus der Hand seiner Schwester, der Kaiserin Kunigunde, feierlich zurück. Er starb 1026 und wurde im Kloster Osterhofen, das er gründete, begraben. Durch die Eheverbindung der Kunigunde mit Kaiser Heinrich II., erlangte das Geschlecht der Luxemburger (von Salm) eine bedeutende Stellung. So wurde der Neffe Heinrichs V., als Heinrich VII. ebenfalls Herzog von Bayern (1042 bis 1047). Dessen Neffe wiederum, Graf Hermann von Salm (Urenkel des Grafen Siegfried), war 1081 bis 1088 Gegenkönig des Kaisers Heinrich IV. (1056 bis 1106).

Der weibliche Name Kunigunde, im Volksmund Kunni genannt, entspricht dem männlichen Kuno (Konrad). Die Kunigunde von Salm wurde an der Seite ihres Gatten zu einer Persönlichkeit. In der katholischen Kirche wird sie durch die Heiligsprechung heute noch verehrt. Das der Name heute im Volksmund noch so bekannt ist, dürfte ihr Namenstag (auch Todestag) am 3. März, mit den bekannten Spruch »Die Kunigund bringt d´ Wärm vo unt« sicher beitragen.

Siegfried Moll



9/2001