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Jahrgang 2015 Nummer 50

Die heiligen Martyrer Epimachus und Alexander

Aus dem Buch: »Illustrierte Heiligen-Legende für Schule und Haus«, erschienen im Jahre 1890

Längere Zeit schmachtete Epimachus (Kämpfer) mit seinem Gefährten Alexander unter Kaiser Decius in einem unterirdischen Kerker zu Alexandria und wurde wegen seiner unerschütterlichen Standhaftigkeit im Glauben nach schrecklichen Martern in das Feuer geworfen. Der heilige Dionysius von Alexandrien meldet, dass er mit Stockschlägen und eisernen Krallen zerfleischt und zuletzt mit ungelöschtem Kalk verbrannt worden sei. Seine Reliquien wurden nach Rom gebracht und beigesetzt; später kamen auch noch die Reliquien des heiligen Martyrers Gordianus dazu, weshalb Epimachus auch mit diesem am 10. Mai genannt wird. Die Reliquien der heiligen Martyrer Gordian und Epimachus kamen dann in die Abteikirche zu Kempten im Allgäu.

Lehre. Die heiligen Martyrer waren von der größten Sehnsucht nach dem Himmel erfüllt und gingen freudig dem Tode entgegen. Für sie war der Tod der Eingang in das himmlische Paradies, worüber der heilige Cyprian begeistert sich ausspricht: »Ein ewiges seliges Leben ohne Todesfurcht, ohne Ende; ein Übermaß, eine Unendlichkeit der himmlischen Luft! Da herrscht der glorreiche Chor der Apostel; da frohlocken die seligen Seher, die Propheten; da jubeln die sieggekrönten Martyrer; und da triumphieren die heldenmütigen Jungfrauen, die im heißen Kampfe mit dem Fleische und der Begierlichkeit den Sieg errungen haben. O wie werden da die Barmherzigen belohnt, die den Armen erquickten und pflegten; wie jene, die Werke der Barmherzigkeit übten, nach den Geboten des Herrn wandelten und mit ihren zeitlichen Gütern himmlische Schätze erkauften. O zu ihnen lasst uns eilen, liebste Brüder! nach ihnen lasst uns seufzen, um recht bald in ihrer und unseres Jesus ewiger Gesellschaft zu sein!«

Kirchengebet. O Gott, der du deinen heiligen Martyrern Alexander und Epimachus reichliche Gnaden verliehen hast, um zur himmlischen Herrlichkeit zu gelangen: gewähre deinen Dienern die Verzeihung ihrer Sünden, damit wir durch die Fürbitte und Verdienste deiner Heiligen von allen Widerwärtigkeiten befreit zu werden verdienen. Amen.


Die Texte unserer »Heiligen-Legende« stammen alle (wie im Titel angegeben) aus dem Jahr 1890 und geben die Ansichten der damaligen Zeit wieder. Oftmals wurden damals Beschuldigungen gegen Juden oder andere Glaubensgruppen erhoben, die nach heutiger wissenschaftlicher Erkenntnis nicht haltbar sind. Wir möchten daher klar stellen, dass die Texte unter diesen Gegebenheiten zu sehen sind und weisen darauf hin, dass mit der Veröffentlichung dieser Originaltexte keineswegs volksverhetzende Propaganda unsererseits betrieben werden soll.

 

50/2015