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Jahrgang 2012 Nummer 10

Die heiligen 40 Martyrer von Sebaste

Aus dem Buch: »Illustrierte Heiligen-Legende für Schule und Haus«, erschienen im Jahre 1890

Licinus, römischer Kaiser im Morgenlande, wollte unter den Soldaten keine Christen mehr dulden. Der Statthalter Agricola gab diese Verordnung zu Sebaste in Armenien (Kleinasien) bekannt. Es meldeten sich 40 durch Tapferkeit ausgezeichnete Krieger als Christen. Weder Schmeicheleien noch Drohungen machten sie wankend, weshalb sie eingekerkert wurden. Der Heerführer Lysias kam und verhöhnte die »Widerspenstigen «. Weil sie gleich fest blieben, ließ er ihnen den Mund mit Steinen zerschlagen und verurteilte sie, auf dem nahen, zugefrorenen See so lange mit entblößtem Leibe bleiben zu müssen, bis sie den Göttern opfern wollten oder umkommen würden. Die heiligen Bekenner wurden dorthin geführt, zogen selbst ihre Kleider aus und ermunterten sich gegenseitig zur Standhaftigkeit. Cyrion und Candidus hießen die hervorragenden unter ihnen. Einer der Wächter beobachtete, wie 39 von Engeln gekrönt wurden; eine Krone blieb übrig; sein Erstaunen wurde ihm bald klar, indem einer der 40 Ritter den Mut verlor, sich in das bereit gehaltene, warme Bad begab, aber schnell starb. Da warf der Wächter seine Kleider weg unter dem Rufe: »Auch ich bin ein Christ« und gesellte sich den 39 bei. Die ganze Nacht mussten die Heiligen auf dem Eise zubringen. Am Morgen brachte man Wägen, zerschlug den bereits kraftlosen aber noch atmenden Heiligen die Beine und führte sie zu einem großen Feuer, um verbrannt zu werden am 9. März 310. Ehrentag ist aber der 10. März.

Lehre: Die heiligen 40 Ritter sprachen zum Statthalter: »Alle irdischen Schätze, die du uns verheißest und für etwas so Großes haltest, verachten wir. Nur Eine Krone verlangen wir, die Krone der Gerechtigkeit. Nur Eine Sorge erfüllt unsere Herzen, die Sorge um die Herrlichkeit des zukünftigen ewigen Lebens«. Lassen auch wir uns diese Sorge recht anlegen sein.

Gebet des heiligen Ephräm: »O ihr heiligen Männer, die ihr durch eure Triumphe verdient habt, innig mit Gott dem Herrn vereinigt zu werden; würdiget uns eurer Fürbitte. Wir sind nur elende Sünder. Wenn aber ihr eure mächtige Fürbitte bei Gott eingelegt habt, so wird die Gnade Jesu Christi unsere Seelen erleuchten und unsere Herzen mit dem heiligen Feuer der göttlichen Liebe entzünden.« Amen.

 

Die Texte unserer „Heiligen-Legende“ stammen alle (wie im Titel angegeben) aus dem Jahr 1890 und geben die Ansichten der damaligen Zeit wieder. Oftmals wurden damals Beschuldigungen gegen Juden oder andere Glaubensgruppen erhoben, die nach heutiger wissenschaftlicher Erkenntnis nicht haltbar sind. Wir möchten daher klar stellen, dass die Texte unter diesen Gegebenheiten zu sehen sind und weisen darauf hin, dass mit der Veröffentlichung dieser Originaltexte keineswegs volksverhetzende Propaganda unsererseits betrieben werden soll.




10/2012