Jahrgang 2010 Nummer 25

Der heilige Aloysius

Er war ein selbstloser Helfer der Kranken

Aloysius ist der Patron der studierenden Jugend und Fürsprecher bei Krebs- und Aids-Erkrankungen. In Bayern erfreute sich der it

Aloysius ist der Patron der studierenden Jugend und Fürsprecher bei Krebs- und Aids-Erkrankungen. In Bayern erfreute sich der italienische Ordensmann als Namensgeber früher großer Beliebtheit.
Aloysius wurde 1568 als Sohn des Markgrafen von Castiglione geboren und war Page am Fürstenhof der medici in Florenz. Hier lernte er das höfische Leben mit all seinen Begleiterscheinungen wie Intrigen, Gewalt und Verrat kennen. Es widerte ihn so sehr an, dass er sich mit 17 Jahren gegen den Willen seines Vaters, der ihn als Erbe vorgesehen hatte, aus der Welt der Mächtigen zurückzog und in die »Gesellschaft Jesu«, den neuen Orden des Spaniers Ignatius von Loyola, eintrat.

Zugunsten seines Bruders verzichtete Aloysius auf das väterliche Erbe und vertiefte sich in Rom mit großer Begeisterung in das Studium der Philosophie und Theologie. Im Jesuitenkolleg zeichnete er sich durch tiefe Frömmigkeit und große Bußstrenge gegen sich selbst aus. Seine Begabung, Frieden zu stiften, half ihm nach dem Tod seines Vaters, die Erbstreitigkeiten in der Familie zu schlichten.

Als in Rom eine Pestepidemie wütete, widmete sich Aloysius den Kranken und bettelte persönlich für die Armen. Da die Seuche sehr viele junge Jesuiten dahinraffte, verbot man ihm, weiterhin die Pestkranken auf den Straßen zu pflegen. Er entschloss sich aber, seinen Dienst im Spital, in dem keine ansteckenden Kranken lagen, fortzusetzen. Trotz aller Vorsicht konnte er jedoch nicht vor der todbringenden Krankheit geschützt werden. Nach kurzem Krankenlager starb er am 21. Juni 1591 mit nur 23 Jahren. Seine letzte Ruhestätte fand er in der großen Jesuitenkirche S. Ignazio in Rom. Aloysius wurde bereits wenige Jahre nach seinem Tod selig- und 1726 heiliggesprochen.

Darstellung: Aloysius wird meist im schwarzen Jesuitenhabit mit Chorrock, in der Hand ein Kreuz oder eine Lilie, dargestellt. Große Künstler wie El Greco, Lopez und Tintoretto haben dem selbstlosen Priester Bilder gewidmet.

Albert Bichler

Aus dem Buch »Freunde im Himmel – Mit bayerischen Heiligen durchs Jahr« von Albert Bichler mit Fotos von Wilfried Bahnmüller.



25/2010