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Jahrgang 2004 Nummer 14

Brauchtum in der Karwoche

Christen feiern Ostern die Auferstehung Jesu

Ostern feiern die Christen die Auferstehung Jesu von den Toten. Es ist das älteste christliche Fest und Hauptfest des Kirchenjahres. In der mit dem Palmsonntag beginnenden Woche vor Ostern, der Karwoche, wird mit Gottesdiensten und Fasten der Leidenszeit Christi gedacht. Gründonnerstag ist der Tag des letzten Abendmahls. In Gottesdiensten wird die biblisch überlieferte Fußwaschung Jesu an seinen Aposteln symbolisch nachvollzogen. Bis Ostersonntag schweigen die Kirchenglocken.

Karfreitag ist der Tag der Kreuzigung Jesu. Das Wort »Kar« stammt vom althochdeutschen »kara« und bedeutet »Klage« oder »Kummer«. In der evangelischen Kirche gilt Karfreitag als höchster Feiertag im Kirchenjahr und wird mit strenger Buße verbunden. Die katholische Kirche begeht ihn als Fastentag. In Gottesdiensten werden die Stationen des Kreuzweges Jesu nachvollzogen. Mit Andachten um 15.00 Uhr ehren Gläubige Jesu zu seiner überlieferten Todesstunde.
Dem Glaubensbekenntnis der Christen zufolge ist Jesus am Kreuz gestorben, hinabgefahren in das Reich des Todes und auferstanden am dritten Tag. Frauen sollen sein Grab der Bibel zufolge in der Morgendämmerung leer vorgefunden haben. Ein Engel sagte ihnen, Jesus sei auferstanden.

Die Wiedererweckung vom Tod wird in vielen Kirchen mit einer nächtlichen Osterfeier begangen. Dabei wird eine Osterkerze entzündet, die während der ganzen Festzeit brennt – bis Pfingsten. Danach wird die Kerze neben den Taufstein gestellt und jeweils zu Taufen angezündet. Die Osternacht entwickelte sich seit dem 4. Jahrhundert zur großen Taufnacht der Kirchen. Katholische Priester weihen in der Osternacht das Taufwasser für das ganze Jahr.

Die Überwindung des Todes feiern Christen am Ostersonnag. Die Auferstehung ist für Gläubige ein Beweis für das ewige Leben. Jesus hat damit nach christlichem Glauben seinen göttlichen Erlösungsauftrag auf Erden erfüllt. Bereits um 5.00 Uhr morgens zelebrieren viele Gemeinden am Ostersonntag feierliche Auferstehungsliturgien – zur gleichen Stunde, zu der die Frauen das Grab leer gefunden haben sollten.

Die Bezeichnung des Festes wird unterschiedlich hergeleitet: Vom Namen der germanischen Frühlingsgöttin Ostara, aber auch vom althochdeutschen »ostar« – östlich, in Richtung der aufgehenden Sonne. Ostern fällt immer auf den ersten Sonntag nach dem ersten Vollmond nach Frühlingsanfang.

Ein bekannter Osterbrauch ist das Verschenken bemalter Eier, die Fruchtbarkeit und neues Leben nach der Auferstehung symbolisieren. Die Fastenzeit soll zu der Entstehung des Brauchs geführt haben: Weil der Genuss von Eiern während der Enthalsamkeit verboten war, sammelten sich Eier an. Diese wurden dann zum Osterfest verschenkt. Der Hase, ein weiteres Oster-Symbol, gilt ebenfalls als Zeichen der Fruchtbarkeit. Das Oster-Lamm steht für Wehrlosigkeit. Im christlichen Altertum wurde Lammfleisch unter den Altar gelegt, geweiht und am Auferstehungstag als erste Speise gegessen.



14/2004