weather-image
Jahrgang 2008 Nummer 37

»Begegnungen, Kunst & Gemeinde«

Gedächtnisausstellung zum 100. Geburtstag von Sepp Plenk

Sepp Plenk wurde am 29. Februar 1908 in Ruhpolding, St. Valentin geboren und wäre somit in diesem Jahr einhundert Jahre alt geworden. Er hat sich neben seinem Beruf auch einen großen Namen als Künstler gemacht, Anlass genug, ihm die »Begegnungen 2008« zu widmen. Die Organisation und die Ausstellungsgestaltung liegen in den Händen der Familie Sepp Plenk, in deren Besitz auch der größte Teil der gezeigten Exponate ist. In Zusammenarbeit mit Anton Zeller, Helmut Müller, Franz Ringsgwandl, den beiden Kulturbeauftragten der Gemeinde Hermann Hipf und Simon Geierstanger, wird dem Besucher der Ausstellung ein Gesamtbild des Lebenswerkes des Architekten, Malers, Grafikers und Bildhauers gezeigt werden.

Nach dem Architekturstudium und dem Besuch der Akademie für angewandte Kunst von 1932 bis 1934 wirkte Sepp Plenk lange Jahre als Architekt. Als charakteristische und ortsprägende Bauten in Ruhpolding zählen unter anderem das Kurhaus, die Evangelische Kirche oder das Katholische Pfarramt und das Pfarr- und Kulturzentrum. Schon in frühen Jahren machte sich auch sein künstlerisches Talent bemerkbar, sei es die Liebe zur Musik, die ihn zum Cellospielen führte, oder seine Begabung, Gesehenes in Farbe zu verewigen. Seine Reisen, vorwiegend in südliche Länder, schufen die Grundlage für sein umfassendes Werk als Maler. Seine Gemälde, Grafiken und Zeichnungen wurden weit über die Grenzen seiner Heimat hinaus bekannt. Durch die Freundschaft zum Bildhauer Andreas Schwarzkopf, der rund zwei Jahre im Haus Plenk lebte und arbeitete, fand Sepp Plenk auch den Weg zur Bildhauerei und eine Reihe von Plastiken.

Der Maler Sepp Plenk war Gründungsmitglied der bekannten »Gruppe 58« – einer Künstlervereinigung. Nach der Gründung folgten die ersten Ausstellungen und seit 1963 stellte er elf Mal in der »Großen Sommerausstellung« im Haus der Kunst in München seine Werke der Öffentlichkeit vor. Angefangen vom naturalistischen Landschaftsmaler der frühen Jahre führte ihn die Vereinfachung der Formen mit zum Teil expressionistischem Farbspiel bis hin zur kubistischen Auflösung der Motive. Die Vielfalt seiner Techniken spiegelt die unterschiedlichen Sehweisen im Laufe seiner Lebensphasen wieder. Der bekannte und anerkannte Kunstkritiker Klaus J. Schönmetzler aus Bad Aibling schrieb das Geleitwort für das zu seinem 80. Geburtstag erschienene Buch »Sepp Plenk – Monotypien, Ölbilder, Zeichnungen«. Wohl selten konnte einer den Künstler so treffend charakterisieren, wie Schönmetzler. Er zeichnete ein anschauliches und eindrucksvolles Bild des künstlerischen Entwicklungsganges von Sepp Plenk und seines umfassenden Schaffens. »Als einen Landschafter von eigenwilliger, markanter Handschrift und von breitem Können«, bezeichnete er ihn und weiter: »Sepp Plenks südliche Szenerien, Häfen, Städtebilder, seine heimischen und exotischen Skizzen sind längst eine feste und bewährte Größe in der regionalen Kunst«.

Als Architekt war für Sepp Plenk die Zeichnung die wichtigste Bildsprache. Mit knappem und präzisem Strich galt es für ihn, das Maximum an Information und Stimmung wiederzugeben. Durch seine Zeichentechnik mit einem erlaubten Maß an künstlerischer Freiheit entstanden keine steifen Architektenzeichnungen, sondern lebhafte Werke. Die graphische Vereinfachung der Formen führte ihn auch zu Techniken wie Siebdruck und Lithographie. Seine Meisterschaft entwickelte er jedoch in der Monotypie, einer Drucktechnik, in der seine Qualität als Zeichner in Öl festgehalten werden konnte.

Seine Lebensgeschichte und sein Schaffen dienen nun – als Hommage an den Architekten, Maler und Bildhauer – der diesjährigen Ausstellung »Begegnungen – Kunst & Gemeinde«, die vom 13. bis 28. September in der Alten Schule und im Rathaus zu sehen sein wird. Die Öffnungszeiten werden an Samstagen und Sonntagen jeweils von 10 Uhr bis 17 Uhr sein, wochentags von 16 Uhr bis 19 Uhr.

Während des Ausstellungszeitraumes wird mit Sonderterminen auch wieder ein interessantes Rahmenprogramm angeboten werden. So gibt es am Sonntag, 14. September, von 14 bis 16 Uhr für die kleinen Künstler »Kinder malen mit Monika Nagl«, am Freitag, 19. September, tritt von 18 bis 19 Uhr die »Theatermusi« mit Harfe und Ziach auf, am Sonntag, 21. September, bringt das Ruhpoldinger Kindertheater RUKI von 14 bis 16 Uhr ein Stück zur Aufführung und der Freitag, 26. September, wird von der Windbach-Musi ab 18 Uhr musikalisch geprägt. Den Abschluss der Sondertermine bildet am Sonntag, 28. September, von 14 bis 16 Uhr Lisbeth Hallweger mit »Glückssteine beschriften«.

Hannes Burghartswieser



37/2008