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Jahrgang 2007 Nummer 6

Aufstieg und Fall der Herzöge von Leuchtenberg

Werbung Napoleons um die bayerische Königstochter Auguste für seinen Eugene – Teil II

Portrait von Prinzessin Auguste auf einer Tasse, wobei Napoleon meinte »aber sie sieht viel besser aus.«

Portrait von Prinzessin Auguste auf einer Tasse, wobei Napoleon meinte »aber sie sieht viel besser aus.«
Die aufgebahrte Herzogin Olga von Leuchtenberg, eine geborene Fürstin Repnik.

Die aufgebahrte Herzogin Olga von Leuchtenberg, eine geborene Fürstin Repnik.
Die frisch gebackene bayerische Königstochter Auguste, gerade 17 Jahre alt und schon dem Badischen Erbprinzen verlobt, musste sich für ihre Familie und ihr Land opfern. Das war im Januar 1806.

Napoleon und seine Gemahlin, die Kaiserin Josephine waren schon in München. Josephine seit Oktober 1805, Napoleon war gerade an Silvester angekommen. Auguste wusste von nichts, sie sollte es erst durch einen Brief ihres Vaters erfahren, den ihr der zwei Jahre ältere Bruder Ludwig, ab 1805 Kronprinz, überbrachte. Napoleon aber hatte schon gehandelt. Er wusste, was er wollte und drängte auf die Heirat seines späteren Adoptivsohnes Eugene de Beauharnais mit Auguste. Noch an Silvester schreibt er nach Italien: »An den Vizekönig Eugene de Beauharnais: Mein Vetter, ich habe Ihre Heirat mit der Prinzessin Auguste arrangiert und bereits veröffentlicht. Heute morgen hat diese Fürstin mir einen Besuch gemacht und ich habe sehr lange mit ihr gesprochen. Sie werden beiliegend ihr Portrait auf einer Tasse finden, aber sie sieht viel besser aus.«

Und zwei Tage später schreibt er: »Mein Vetter! Spätestens zwölf Stunden nach Erhalt dieses Briefes werden Sie in größter Eile abreisen und sich nach München begeben.« (7)

Napoleon setzte noch einen Trumpf drauf. Nach der Dreikaiserschlacht vier Wochen zuvor war trunken von seinem Sieg und sagte zu dem soeben zum König von Bayern ausgerufenen Maximilian I. Joseph sehr aufrichtig: »Wenn Sie in diesem Kriege nicht zu mir gehalten hätten, wäre jetzt der Prinz Murat an Ihrer Stelle König von Bayern. Und würden Sie mir die Prinzessin Auguste für Eugene nicht zugestanden haben, ich hätte sie durch ein Regiment Kürassiere entführen lassen.« (8)

Es gab bei diesem Machtmenschen keinen Widerspruch. Der bayerische König wusste das. Darum schrieb er in dem schon genannten Brief an seine Tochter: »Bedenke mein liebes Kind, dass Du das Glück nicht nur Deines Vaters, sondern jenes Deiner Brüder und Bayerns begründen würdest, das diese Verbindung heiß ersehnt.«(9) Nach vielen Tränen und heißen Kämpfen in der Familie fügte sich Auguste schließlich. Hatte ihr doch der Vater geschrieben, dass bei einer Absage Napoleon ebenso sein und seines Landes erbitterter Feind würde, wie er jetzt Bayerns Freund sei: »Wenn also die Ruhe meines geliebten Vaters und das Glück des ganzen Volkes davon abhängt, so opfere ich mich, so grausam auch mein Geschick werden möge.«(10) Für die Vergrößerung des doch ziemlich zerstückelten Landes, wozu nun auch das österreichische Tirol – wenn auch nur für zehn Jahre – zu Bayern gehörte, und ein zusammenhängendes Staatsgebiet mit mehreren früheren freien Reichsstädten sowie der Erhebung zum Königreich war das Opfer der Königstochter Auguste wirklich nicht zu groß.

Eugene, Vizekönig von Italien, und Auguste heiraten am 14. Januar 1806 in München. Vierzehn Tage war das Kaiserpaar zusammen in München. Es wurden eine Reihe von Festen und Bällen gefeiert. Der französische Kaiser war ausgelassen, tanzte und meinte zum Kronprinzen: »Glauben Sie, dass all diese Etikette mich unterhält? Zum Teufel, nein, ich liebe es, mich genau so zu vergnügen, wie irgendein anderer.«(11) Höhepunkt war natürlich die Hochzeit des 25-jährigen Vizekönigs mit der 17-jährigen Königstochter. Aber gefeiert wurden natürlich auch die feierliche Erhebung Bayerns zum Königreich und die siegreiche Schlacht bei Austerlitz einige Wochen zuvor. Ermüdet von den vielen Feiern, reist Napoleon mit Josephine bereits am 16. Januar wieder nach Paris zurück. Auch das frisch vermählte Paar fährt nach Mailand, wo der Regierungschef seine Amtsgeschäfte wieder aufnimmt und die junge Frau sich im Palais des Vizekönigs nach ihrem Geschmack einrichtet.

Aus der Pflicht- wurde eine Liebesheirat

Zum Zeitpunkt der Hochzeit wusste Auguste noch nicht, was sie erwartete. Aber bald schon sollte sie erfahren, dass sie den edelsten Gatten erhalten hatte, den sie sich nur denken konnte.

Aus der ängstlich erwarteten Pflicht- war eine Liebesheirat geworden. Ganz offensichtlich hatte Eugene sich schon in das Bild auf der Tasse verliebt. Jedenfalls lobte er die Braut in einem Brief aus dem Reisewagen an seinen künftigen Schwager Ludwig in den höchsten Tönen, wenn er u. a. meinte: »welch Eindruck von Geist, Güte und seliger Hoffnung schon das Bild auf ihn machte und welche Gefühle sie ihm jetzt schon einflösst.(12) Gleich im Herbst des Jahres 1806 besucht Kronprinz Ludwig seine Schwester in Mailand und findet sie bei bester Stimmung und überglücklich. Der Vizekönig tut alles, was er ihr an den Augen ablesen kann…was mich am meisten freut, ist, dass sie vergnügt mit ihrem Mann lebt. Sie wird von jedermann geliebt.(13) Noch nach fast acht Jahren Ehe, als sie vier Kinder hatte und inzwischen umziehen musste nach Monza, weil Napoleons Stern im Sinken war und damit auch das Unglück über den Vizekönig und seine Familie hereinbrach, schreibt die Vizekönigin Auguste an ihren Bruder Ludwig. »Gott gab mir einen Engel zum Manne, dies ist mein einziges Glück und das verdanke ich den Menschen nicht.«(14)

Die Stammeltern der Herzöge von Leuchtenberg und ihre Familie

Im Jahre 1817 verlieh Augustes Vater, König Maximilian I. Joseph, seinem Schwiegersohn Eugene und dessen Familie den Titel eines Herzogs von Leuchtenberg und Fürsten von Eichstätt. Diesen zuletzt genannten Titel verkauften die Nachkommen der Familie 1855.

Auguste, 1788 geboren und 1851 in München gestorben, und Eugene de Beauharnais, Vizekönig von Italien bis 1813 und bereits 1824, ebenfalls in München in seinem von ihm erbauten Palais Leuchtenberg gestorben, sind also die Stammeltern der Herzöge von Leuchtenberg, die zusammen sieben Kinder hatten, von denen zwei sehr früh starben, ein Töchterchen Caroline (geboren und gestorben 1816) und der älteste Sohn August (geboren 1810 und gestorben 1835). Eine weitere Prinzessin starb noch vor dem Tode der Mutter, die Prinzessin Eugenie (1808 – 1847). Die älteste Tochter Prinzessin Josephine (1807 – 1876) wurde die Königin-Mutter von Schweden-Norwegen, das vierte Kind, die Prinzessin Amelie (1812 - 1873) heiratete als 2. Gattin den Kaiser von Brasilien und König von Portugal, wurde bald Witwe und Herzogin von Braganza. Sie war die Käuferin der Besitzungen in Stein und Seeon, die die Herzöge von Leuchtenberg und Fürsten Romanowsky ab 1852 bewohnten.

1814 wurde die Prinzessin Theodolinde geboren, die 1857 starb und nach der Prinzessin Caroline 1816 kam 1817 noch Sohn Maxmilian zur Welt, der die russische Linie der Herzoge von Leuchtenberg begründete

Der zweite Elternteil der Stammeltern, Eugene de Beauharnais musste als Zwölfjähriger erleben, wie sein Vater, der Revolutionsgeneral Vicomte de Beauharnais, in Paris – wie der französische König und die Königin Marie – Antoinette – auf der Guillotine enthauptet wurde. Mit fünfzehn Jahren wohnte er der Hochzeit seiner Mutter Josephine mit Napoleon bei und als 23-jähriger erlebte er die Krönung seiner Mutter zur Kaiserin von Frankreich und sah mit Erstaunen, dass sein neuer Adoptiv-Vater erst sich selbst und dann Josephine im Beisein des Papstes im Dom zu Paris die Krone aufs Haupt drückte. Ein halbes Jahr später wurde er Vizekönig von Italien neben Napoleon, der sich selbst die eiserne Langobardenkrone aufs Haupt gesetzt, nachdem er aus vielen Fürstentümern und Königreichen, meist habsburgischen ein neues Reich zusammen gebaut hatte.

Wir erhalten auch eine Schilderung des jungen Vizekönigs von Napoleon: »24 Jahre, elegant, liebenswürdiger junger Mann, ich liebe ihn nicht nur, sondern halte ihn auch für ein kluges, in jeder Beziehung verlässliches Werkzeug, das freilich noch kaum ahnt, was man von ihm will.«(15) Der letztere Hinweis war auf die bevorstehende Hochzeit Augustes mit Eugen bezogen, die Napoleon gerade eingeleitet und damit am erst einige Tage alten Königshof soviel Unruhe und Tränen ausgelöst hatte. Eugen musste übrigens immer wieder seinem Schwager Ludwig, sowohl im Auftrage seines Schwiegervaters als auch in dem seines Stiefvaters Napoleon gut zureden, wenn dieser zu offenherzig seine wahre Meinung über Napoleon kundgetan hatte. So schrieb er ihm im Januar 1807 aus Mailand u. a.: »Was den Freimut betrifft …. ich verstehe darunter jenen gegenüber dem Kaiser … muss man sich verstellen. Ich sehe, wie Sie sich entrüsten. Ihre Stirn zieht sich in Falten bei dem Wort verstellen. Und doch was ist es im Grunde? Bloß das nicht sagen, was man denkt, das ist alles…«(16) Der Anlass war, dass sich Napoleon über den Kronprinzen sehr ärgerte, weil er bei seinem siebenmonatigen Aufenthalt in Paris sich so einige Male kein Blatt vor den Mund genommen hatte und Napoleon vom »frondierenden« Kronprinzen sprach, auf den er künftig öfter ein Auge werfen müsse. Freilich, wenn er sich auch verstellte, wie ihm sein Schwager geraten hatte, über die Bewunderung seines militärischen Genies, reichte die Zuneigung Ludwigs für den »Gewaltmenschen« nicht hinaus. Herzog Eugen, der schon 1824 mit 43 Jahren das Zeitliche segnete, erhielt übrigens von dem berühmten Bildhauer Thorwaldsen ein wunderbares marmornes Grabdenkmal, das heute noch im linken Querschiff der Münchner Michaels-Kirche zu sehen ist.

Der Kronprinz verhindert die Aufnahme in die Königsfamilie

Der König wollte nach der Rückkehr der Familie Eugenes und Augustes nach München den Schwiegersohn zu einem Prinzen des Hauses Wittelsbach machen. Dies natürlich im Hinblick auf das Opfer seiner Tochter und weil er den Schwiegersohn wirklich ins Herz geschlossen hatte. Dem widersprach der Kronprinz und so kam es schließlich bei diesem Streit um die Stellung seines Schwagers und der Schwester zur Verleihung des Titels eines Herzogs von Leuchtenberg.(17) Auguste konnte sich nicht darüber trösten, dass nun ihre Familie deklassiert wurde.

Auguste kämpft um den Platz ihrer Familie in München

Auguste musste freilich nach der Übersiedlung ihrer Familie nach München um die Stellung ausgerechnet mit ihrem zwei Jahre älteren Bruder Ludwig kämpfen, der schon Napoleon nicht gemocht hatte und diese Abneigung auf seinen Schwager übertrug. Auguste musste ihn daran erinnern, welche Stellung ihrer Familie zukommen sollte. Sie schreibt in einem Brief: »Ruhig und zurückgezogen leben wir, und doch sind wir ein Dorn in Deinen Augen. Was haben wir getan? Nichts als Gutes und Großes, solange wir ein Königreich hatten! Nichts als Gutes, seitdem uns das Schicksal so hart getroffen hat … was am schmerzlichsten für mich war, nämlich dass es mein Bruder ist, der sich dem Willen seines Vaters und Königs widersetzt, um mir den letzten Stoß zu geben. Wie könntest Du einen Mann fürchten, dessen edler Charakter so bekannt ist … Wir haben nur gewünscht, die erste fürstliche Familie nach der königlichen zu sein und den Rang, den unser guter Vater uns gegeben hat, zu behalten, solange wir leben. Und dies versagt man uns, weil mein Mann ein geborener Franzose ist.(18)

Der Kronprinz mag Eugene nicht, aber er hegte im Übrigen stets die »herzlichsten Gesinnungen« gegen Auguste, wie er beteuerte. Jedenfalls ist der Streit nur durch Vermittlung des Feldmarschalls Wrede beizulegen, der das Ganze als ein »Missverständnis« erklärt. Durch eine Erklärung Ludwigs wird die Stellung der Familie des Herzogs von Leuchtenberg auch nach dem dereinstigen Tode des Königs gewährleistet.

Herzogin Auguste hat sich jedenfalls gegen ihren Bruder nach Kräften gewehrt. Er wird künftig nichts mehr gegen »den Franzosen« unternehmen. Sie musste auch sonst schwere Schicksalsschläge einstecken, vor allem den frühen Tod ihres geliebten Mannes. Dazu erlebte sie den Tod dreier Kinder und die Vertreibung aus Italien.

Der Streit zwischen Eugen und Ludwig

Ludwig, der schwärmerische Deutsche, der die Franzosen nicht leiden konnte, übertrug seine Gefühle auf Eugen, den Franzosen in der Familie. Das zeigte sich nach dem Kampf mit Auguste besonders 1818 bei der Eidesleistung der königlichen Familie auf die neue Verfassung. Der König wollte seinen Schwiegersohn dabei haben, Ludwig nicht. Darum stellte er sachlich fest. »Und was soll er hier Er ist nicht Prinz vom Hause, nicht Minister, nicht Großwürdenträger des Reiches. Mithin hat er in keiner Eigenschaft bei der heutigen Eidesleistung zu erscheinen.«(19)

Der Herzog Eugen war sehr verbittert und ließ den Bau an seinem Palais einstellen. Damit wurde der Streit in der Öffentlichkeit bekannt, denn 600 Bauarbeiter hatten plötzlich keine Arbeit mehr. Auguste schrieb ihrem Bruder wieder, stellte ihm ihr Opfer vor Augen und fügte hinzu: »Aber erstaune nicht wenn du hörst, dass Eugen sein Haus nicht fortbauen lässt, denn wir wären große Narren, wenn wir unser Geld an einen Ort verschwendeten, den wir nach dem Tode unseres geliebten Vaters nicht mehr anständig bewohnen könnten.«

Nach dem erfolgreichen Vermittlungsversuch Wredes, des intimsten Vertrauten des Königs, findet sich der Kronprinz zu einer Erklärung bereit, die sich erstellt, dass die Familie auch nach dem Tode des Königs bleiben kann. Eines aber verlangt der Kronprinz. Der Herzog soll stets einen Schritt hinter den Prinzen des Hauses gehen. Nun, das soll geschehen und der Bau des Palais Leuchtenberg wird fortgesetzt. Alle Münchner sehen, dass der Streit beigelegt ist.

Epilog

Dies ist die Geschichte des Anfangs der großen Familie der Herzöge von Leuchtenberg, ihres Aufstieges der Stammeltern, des tiefen Falles und erbitterten Kampfes vor allem der Königstochter Auguste, der tapferen Stammmutter um den Verbleib in Bayern, den sie immerhin sicherstellen konnte.

Über die weitere Geschichte der Herzöge von Leuchtenberg, vor allem über die Zeit in Seeon von 1852 bis 1953 ist in den Chiemgau-Blättern schon mehrmals, (zuletzt in der Ausgabe vom 26. April 2003) berichtet worden. Hier bleiben nur einige Fakten nachzutragen, die bisher nicht veröffentlicht wurden, aber doch von allgemeinem Interesse sind.

Zunächst ist wissenswert, wie es zu der russischen Linie der Herzöge von Leuchtenberg kam. Der Begründer dieser Linie war der jüngste Sohn Maximilian, 3. Herzog von Leuchtenberg, der mit 22 Jahren in Berlin- zusammen mit Ludwig und dessen ältesten Sohn Maximilian – das Zarenpaar (Nikolaus I. mit Gemahlin) trifft, das sozusagen seine beiden Töchter dem Bayernkönig im Herbst 1838 vorführt und die jüngere Olga an den Kurfürsten bringen möchte. Daraus wird leider nichts aber bei der ältesten Zarentochter Maria Nikolajewna hat es mächtig gefunkt.

Sie verliebte sich Hals über Kopf in den feschen, jungen Herzog und das führt bald zu der vom russischen Hofe nicht beabsichtigten Verlobung und darauf folgenden Heirat 1839. Die französische-bayerische Linie wird damit um eine russische erweitert und diese Linie ist es auch, die sich später in Seeon niederlässt. Die letzte Herzogin Olga, die in Seeon 1953 stirbt ist eine geborene Fürstin Repnik, ihr Mann Herzog Georg starb schon 1929 und erlebte den Niedergang der Familie nicht mehr, die einst unermesslich reich war. Ihr Sohn Dimitri, 1898 in Russland geboren, wanderte nach der Versteigerung des Schlosses und der wertvollen Bibliothek mit Briefen auch noch von Napoleon und vielen Kunstgegenständen in den 30er Jahren nach Kanada aus. Er war der letzte Herzog von Leuchtenberg, verwaltete eine Sportstätte in einem kleinen Bergdorf und starb an Weihnachten 1972 beim Abschaufeln des Daches. Der Ort, den er sich als seinen Wohnsitz ausgesucht hatte, erinnerte ihn ganz bestimmt an die schönen Jahre mit viel Sport in seinen früher so geliebten bayerischen Bergen.

Doch etwas Erfreuliches ist noch zu berichten. Die Walburgis-Kirche in Seeon, die die Erben der Herzöge 1969 der Gemeinde vermachten und an der die Begräbnisstätte Herzog Georgs, ein von ihm geschaffenes Monument, liegt, ist in den Jahren 1983 bis 2005 neu renoviert worden. Dieses uralte Kirchlein erstrahlt jetzt in prächtigen Farben und ist seither die neueste kunsthistorische Attraktion im Chiemgau. Was blieb noch von den Herzögen von Leuchtenberg? Das Palais Leuchtenberg in München wurde leider im letzten Weltkrieg 1944 durch Bomben zerstört. So können sich die Münchner allenfalls noch an die große französisch-bayerisch-russische und auch sonst noch weit verzweigte Familie in Europa erinnern, wenn sie durch die Leuchtenberg-Unterführung im Osten der Stadt fahren. Und natürlich: Das Marmorgrabmal des ersten Herzogs Eugen von Leuchtenberg von Thorwaldsen, ist in der Michaelskirche für ein stilles Gebet noch aufzusuchen und dankbar daran zu denken, dass Bayern vor 200 Jahren in der napoleonischen Zeit zum Königreich aufstieg.

Dr. Ludwig Plank

Literaturhinweise
7) a. a. O., S. 62. 8) a. a. O., S. 64. 9) a. a. O., S. 61. 10) a. a. O., S. 62. 11) a. a. O., S. 62. 12) a.a. O., S 63. 13) a. a. O., S. 77. 14) a.a. O., S. 173. 15) a. a. O., S. 60. 16) a. a. O., S. 80. 17) a. a. O., S. 241. 18) a. a. O., S. 242 f. 19) a.a. O., S.


Teil 1 in den Chiemgau-Blättern Nr. 5/2007



6/2007