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Jahrgang 2007 Nummer 38

807-2007 – 1200 Jahre Attel

Umfangreiches Festprogramm – Sonderausstellung im Städtischen Museum

Umfangreich ist das Festprogramm anlässlich der 1200-Jahr-Feier von Attel. Neben kunst- und lokalgeschichtlichen Führungen, historischen Theaterspielen und Festen sind sicher die Herausgabe einer fast 500-seitigen Monographie zur Geschichte des Ortes und eine Sonderausstellung im Städtischen Museum die Höhepunkte des Festjahres. Dabei bilden die Geschichte von Ort, Kloster und Stiftung eine untrennbare Einheit.

Die Aufsätze in der Festschrift »807-2007 – 1200 Jahre Attel« geben gleichsam den thematischen Leitfaden der Ausstellung vor, die viele Bereiche der wechselvollen Geschichte durch Bilder und Objekte zu illustrieren versucht. Ausgehend von der frühen Siedlungsgeschichte, wozu erstmals seit dem 2. Weltkrieg die Reste eines römischen Grabsteins, der angeblich aus Kornberg oder Attel selbst stammen soll, gezeigt werden können, spannt sich der Bogen bis zur Säkularisation und Wiederbegründung des klösterlichen Lebens durch die Barmherzigen Brüder. Reste der verschleuderten Klosterbibliothek, Objekte der wissenschaftlichen Beschäftigung der Mönche wie z. B. zwei Globen aus der Mitte des 18. Jahrhunderts oder Teile der »Holzbibliothek«, Porträts der letzten Konventualen, die nach der Aufhebung ihres Klosters in der Umgebung die Pfarrseelsorge ausübten, der barocke Ornat des letzten Abtes oder seine Korrespondenz mit seinen ehemaligen Klosterkistlern bilden den einen Schwerpunkt der Ausstellung. Den zweiten wichtigen Block nimmt die Wallfahrt »Zu unserem Herrn im Elend« ein, die einstens eine der meist besuchten Gnadenstätten des Umlandes war, ehe das Wasser die Fundamente unterspülte und die Kirche am Fuß des Klosterberges abgerissen werden musste. Bisher unbekannte und noch nie gezeigte Objekte zur Attler Wallfahrt, teilweise aus Privatbesitz oder anderen Museen, gelangen hier zur Präsentation und geben einen Einblick in die barocke Frömmigkeit. Darum herum gruppieren sich Themen zur Klosterheraldik, zu den Siegeln und frühen Urkunden, zur Gefährdung des Klosterberges durch Inn und Attel oder zur Klostermühle, die spezielles Mehl für die Hostienbäckerei herstellte. Das Stadtarchiv kann aus seinen umfangreichen Beständen wertvolles Urkundenmaterial beisteuern, das unterschiedliche Aspekte der Geschichte beleuchtet. Historische und neuzeitliche Ansichten des Klosterberges und seiner Bebauung runden den Überblick über die 1200jährige Geschichte einer einst selbstständigen Gemeinde, nunmehr eines Ortsteils von Wasserburg, ab.

Ausstellungsdauer: Bis 16. Dezember 2007 täglich außer Montag von 13 bis 16 Uhr. Für Gruppen und Schulklassen ist auch eine Besichtigung am Vormittag möglich. Telefon: 08071/925290.



38/2007