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Jahrgang 2019 Nummer 2

Heiliger Arcadius, Martyrer

Aus dem Buch: »Illustrierte Heiligen-Legende für Schule und Haus«, erschienen im Jahre 1890

Arcadius (= Hirte) aus Cäsarea in Mauretanien verbarg sich beim Ausbruche der Christenverfolgung unter Diocletian und widmete sich in der Einsamkeit dem Gebete und Bußwerken. Als sein Verwandter, der sein Haus und Vermögen beaufsichtigte, seinetwegen gefangen gesetzt wurde, eilte er herbei und verlangte vom Statthalter dessen Freilassung. Jedoch aufgefordert, den Göttern zu opfern, blieb Arcadius standhaft. Es wurden ihm nun ringsum die Gelenke der Finger, Arme und Schultern durchschnitten. Dann legten ihn die Henker auf den Rücken und zerschnitten seine Zehen und Füße. Allen Anwesenden presste sein Anblick Tränen des tiefsten Mitleids aus, und sein Gebet und seine Geduld rührten selbst die Schergen. Als alle kleinen Glieder zerschnitten waren, befahl der Statthalter, mit stumpfen (!) Beilen auch die größeren vom Leibe zu hauen, sodass nur mehr der Rumpf übrig blieb. Der Glaubensheld brachte noch einmal seine umherliegenden Glieder Gott zum Opfer dar, hielt eine kleine erschütternde Ansprache an die Zuschauer und ging in die Freude seines Herrn ein am 12. Januar 300.

Lehre. Beherzige die Worte des heiligen Arcadius: »Es ist nur Ein Gott und dieser ist’s, der mich stärkt und in dem kläglichen Zustande, in welchem ihr mich sehet und bedauert, mit unsichtbarem Troste erhält. Für Ihn sterben, heißt leben. Für Ihn leiden ist die größte Freude!« – Ertrage, o Christ! die Leiden und Widerwärtigkeiten dieses Lebens und lass dich durch nichts vom Dienste Gottes abwendig machen. Der Himmel ist alles wert.

Gebet. O heiliger Martyrer Arcadias! Du hast eines der schrecklichsten Martyrien standhaft und freudig für den Glauben an Christus erduldet: bitte den lieben Gott für uns, dass auch wir im Bekenntnisse des heiligen Glaubens starkmütig bleiben und durch keine Versprechungen, keine Drohungen, keine Leiden uns den heiligen Glauben und die Krone des ewigen Lebens rauben lassen. Amen.

 

Die Texte unserer »Heiligen-Legende« stammen alle (wie im Titel angegeben) aus dem Jahr 1890 und geben die Ansichten der damaligen Zeit wieder. Oftmals wurden damals Beschuldigungen gegen Juden oder andere Glaubensgruppen erhoben, die nach heutiger wissenschaftlicher Erkenntnis nicht haltbar sind. Wir möchten daher klar stellen, dass die Texte unter diesen Gegebenheiten zu sehen sind und weisen darauf hin, dass mit der Veröffentlichung dieser Originaltexte keineswegs volksverhetzende Propaganda unsererseits betrieben werden soll.

 

2/2019