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Jahrgang 2019 Nummer 18

Heilige Monica, Witwe

Aus dem Buch: »Illustrierte Heiligen-Legende für Schule und Haus«, erschienen im Jahre 1890

Monica (= Mahnerin) wurde 332 geboren. Ihre Erziehung leitete eine alte, fromme Magd. Sie ward von den Eltern an Patritius zu Tagaste in Afrika verheiratet. Monica diente ihm, wiewohl er noch Heide war, »wie dem Herrn« und suchte ihn für das Christentum zu gewinnen. Die Ungemächlichkeiten des Ehestandes und des Mannes Sinnlichkeit ertrug die gute Frau mit Geduld. Nie zankte sie mit ihm. War er zornig, so antwortete sie erst, wenn sein Zorn durch Ruhe und Sanftmut überwunden war. Durch Zuvorkommenheit und Gefälligkeiten machte sie sich sogar die böse Schwiegermutter geneigt. Dieser Ehe entsprossen zwei Söhne und eine Tochter. Augustin machte der liebreichen Mutter die größte Sorge. Alle Mittel wendete sie an, um ihren Sohn auf gute Wege zu bringen. Mehr als 16 Jahre betete und weinte sie für ihn. Zunächst erhielt Monica den Trost, dass ihr Mann sich bekehrte und glücklich starb. Als Augustin nach Rom segelte, reiste ihm (383) die Mutter nach, pflegte ihn in seiner Krankheit, und mit Hilfe des heiligen Bischofs Ambrosius von Mailand gelang es ihr endlich, den Sohn gänzlich zu bekehren. Augustin wurde nun der berühmte heilige Bischof und Kirchenlehrer. Die heilige Mutter wollte mit ihrem Sohne nach Afrika zurückkehren, erkrankte aber zu Ostia und starb selig im Herrn den 13. November 387. Ihr Verehrungstag ist der 4. Mai.

Lehre. Wenn Frauen bei der heiligen Monica sich über ihre Männer beklagten, so pflegte sie zu sagen: »Sobald ihr einem Manne euere Hand gegeben, habt ihr ihn zu euerem Gebieter und Herrn erwählt. Die Ehe gebietet, einen wunderlichen Mann zu ertragen, ihn durch Sanftmut auf kluge Weise zu gewinnen und seine Zornesausbrüche durch große Bescheidenheit, tiefe Unterwürfigkeit und ehrfurchtsvolles Stillschweigen zu besiegen; denn die Frau, die von ihrem Manne Übles redet, ist nicht weniger Schuld, als der Mann, der ihr durch sein schlechtes Betragen dazu Anlass gibt«.

Kirchengebet. O Gott, du Tröster der Betrübten und Retter der auf dich Hoffenden! Der du die frommen Tränen der seligen Monica um die Bekehrung ihres Sohnes Augustin barmherzig aufgenommen hast: verleihe uns durch die Fürbitte der Beiden, dass wir unsere Sünden beweinen und durch deine Gnade die Verzeihung erlangen mögen. Amen.

 

Die Texte unserer »Heiligen-Legende« stammen alle (wie im Titel angegeben) aus dem Jahr 1890 und geben die Ansichten der damaligen Zeit wieder. Oftmals wurden damals Beschuldigungen gegen Juden oder andere Glaubensgruppen erhoben, die nach heutiger wissenschaftlicher Erkenntnis nicht haltbar sind. Wir möchten daher klar stellen, dass die Texte unter diesen Gegebenheiten zu sehen sind und weisen darauf hin, dass mit der Veröffentlichung dieser Originaltexte keineswegs volksverhetzende Propaganda unsererseits betrieben werden soll.

18/2019