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Jahrgang 2019 Nummer 22

Die Heiligen Pamphilus und Valens, Martyrer

Aus dem Buch: »Illustrierte Heiligen-Legende für Schule und Haus«, erschienen im Jahre 1890

Pamphilus (= alle liebend) stammte aus einer angesehenen Familie zu Beirut in Syrien. Er wurde zu Cäsarea in Palästina Priester, vortrefflicher Prediger und zeichnete sich auch durch Wissenschaft aus. Er gründete dort eine theologische Schule und war selbst als Lehrer tätig. Der Heilige verteilte sein ganzes großes Vermögen um Christi willen unter die Armen, so weit er es nicht für die Wissenschaften verwendete. Er sammelte eine Bibliothek von 30000 Bänden und schenkte sie seiner Anstalt. Es wurden ihm von Gott Erleuchtungen zuteil. Bei der Christenverfolgung unter Kaiser Diocletian wurde Pamphilus auf Geheiß des Landpflegers Urban ergriffen, gefoltert und eingekerkert. Nach zwei Jahren ließ der neue Landpfleger Firmilian den heiligen Diakon Valens (= gesund, kräftig), der bereits ein Greis war, in dasselbe Gefängnis setzen. Valens war zuvor schon mit glühenden Leichname der heiligen Martyrer. Hiedurch wurde er aber als Christ beargwohnt, ins Verhör genommen, musste mehrere Peinigungen erdulden und wurde zuletzt verbrannt; sein Andenken ist am 16. Februar.

Lehre. Der heilige Pamphilus schöpfte aus dem Lesen, Studium und der Betrachtung der heiligen Schriften seine großen Kenntnisse, Heiligkeit und Ausdauer im Leiden. O möchten doch die Christen vor der Lesung aller Schriften sich hüten, welche den Glauben verspotten, bekritteln und gefährden, möchten sie besonders die Romane verabscheuen, wodurch das sittliche Leben vergiftet und die Tugend vernichtet wird – und nur gute Bücher lesen.

Gebet. O Gott, der du bei der Lesung der heiligen Schriften in das Herz deines heiligen Priesters und Martyrers Pamphilus deine Gnade gelangen ließest: verleihe uns durch dessen Fürbitte, dass wir gute Bücher lesen und großen Nutzen daraus ziehen mögen. Amen.

 

Die Texte unserer »Heiligen-Legende« stammen alle (wie im Titel angegeben) aus dem Jahr 1890 und geben die Ansichten der damaligen Zeit wieder. Oftmals wurden damals Beschuldigungen gegen Juden oder andere Glaubensgruppen erhoben, die nach heutiger wissenschaftlicher Erkenntnis nicht haltbar sind. Wir möchten daher klar stellen, dass die Texte unter diesen Gegebenheiten zu sehen sind und weisen darauf hin, dass mit der Veröffentlichung dieser Originaltexte keineswegs volksverhetzende Propaganda unsererseits betrieben werden soll.

 

22/2019