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Jahrgang 2008

Die Glocken von St. Georg und Katharina

Es ist mit Abstand das älteste noch erhaltene Klanginstrument Traunsteins

Der Friedhof um St. Georg und Katharina 1910, ein Jahr nach der Eröffnung des neuen Waldfriedhofes an der Wasserburger Straße.

Der Friedhof um St. Georg und Katharina 1910, ein Jahr nach der Eröffnung des neuen Waldfriedhofes an der Wasserburger Straße.
Die beiden Glocken in der Kirche St. Georg und Katharina in Traunstein. Die Glocke links ist die älteste Glocke Traunsteins, sie

Die beiden Glocken in der Kirche St. Georg und Katharina in Traunstein. Die Glocke links ist die älteste Glocke Traunsteins, sie stammt nach Auskunft eines Glocken-Spezialisten aus dem Jahr 1509, die Glocke rechts wurde im 18. Jahrhundert gegossen.
Die beiden Weltkriege besiegelten das Schicksal vieler alter Glocken, umso höher sind die erhaltenen Klanginstrumente in St. Geo

Die beiden Weltkriege besiegelten das Schicksal vieler alter Glocken, umso höher sind die erhaltenen Klanginstrumente in St. Georg und Katharina einzuordnen. Das Bild zeigt die 1918 abgenommenen Traunsteiner Kirchenglocken vor der städtischen Kriegsmetallsammelstelle.
»Glocke aus dem Jahr 1509 hängt in der Kriegergedächtniskirche« – so stand es am 30. Oktober 2007 im Lokalteil des »Traunsteiner Tagblatts« zu lesen. In ihrem Artikel über »das älteste noch erhaltene Klanginstrument Traunsteins« schildert Kathrin Augustin ausführlich die Ergebnisse der Vor-Ort-Recherche des Glockenexperten Sören Draack.

»Eine außergewöhnlich alte Glocke, datiert auf das Jahr 1509, hängt im Turm der Kirche St. Georg und Katharina im Stadtpark. Es ist mit Abstand das älteste noch erhaltene Klanginstrument Traunsteins. Die zweite, größere Glocke stammt aus dem 18. Jahrhundert, ist jedoch ohne genaues Datum. Zu diesem Ergebnis kam jetzt ein Glocken-Spezialist, der sich erstmals im Auftrag der Pfarrei St. Oswald in den Turm mit dem maroden Gebälk gewagt hat, um sich das Geläut genauer anzusehen, das Alter zu bestimmen und eventuell die Läutanlage wieder in Gang zu setzen.

Dass sich in dem Turm der 1639 an dieser Stelle errichteten Kirche Glocken befinden, war lange eine reine Vermutung – wenn, dann müssen sie aber sehr alt sein. In der Glockenkunde von Pfarrer Seeanner von 1913 sind zwei Glocken erwähnt: Eine Glocke mit einem Maria-Hilf-Bild um 1800 und eine gotische Glocke von 1509. […] Erst seit wenigen Jahren ist sicher: es hängen dort tatsächlich zwei Glocken. 170 Kilogramm schwer die eine, 135 Kilogramm schwer die andere, hat Sören Draack von der Firma ‚Georg Rauscher Turmuhrenfabrik’ in Regensburg nun herausgebracht. […] Dass er eine so alte Glocke aus dem Jahr 1509 entdecken würde, war auch für den Experten etwas besonderes. Die meisten dieser alten Exponate seien im Dreißigjährigen Krieg (1618 bis 1648) eingeschmolzen worden, […].« Für den Autor war dieser Bericht der Anlass, die vorhandenen schriftlichen Quellen nach Informationen zur Geschichte dieser beiden Glocken zu durchforsten. Die Recherchen in den einschlägigen Unterlagen des Stadtarchivs Traunstein und des Pfarrarchivs St. Oswald ergeben eine geschlossene, interessante und stimmige Glockengeschichte für St. Georg und Katharina im Stadtpark.

Die gotische Glocke aus der Vorgängerkirche am Stadtplatz

Beginnen wir unsere Betrachtung mit der kleineren, im Pressebericht als »gotisch« bezeichneten Glocke. Pfarrer Matthias Seeanner gibt ihren Durchmesser mit 60 cm, das Gewicht mit ca. 150 kg an und zitiert die Inschrift wie folgt: *s lvcas * s marcvs + s iohannes * s mathevs * orate pro nobis * devm * amen * 1509 (= Hl. Lukas * Hl. Markus und Hl. Johannes * Hl. Mathäus * betet für uns * zu Gott * Amen * 1509).(1) Nachrichten über die Entstehung dieser Glocke haben sich nicht erhalten. Um sie genauer einordnen zu können, ist ein kurzer Blick auf die Geschichte von St. Georg und Katharina erforderlich.

Erbaut wurde das Gotteshaus 1639 von dem Traunsteiner Stadtmaurer Wolf König als Zentrum des schon am 25. März desselben Jahres geweihten neuen Städtischen Friedhofes, der, damals weit vor den Toren der Stadt gelegen, den alten, abgelegenen und hoffnungslos überfüllten Haslacher Pfarrfriedhof (2) bis zur Eröffnung des Waldfriedhofs im Jahr 1908 ersetzte. Anfang der 1920er Jahre wurde diese »liebenswerte, stadteigene Ruhestätte« (Kasenbacher) endgültig aufgelassen und zur Kriegergedächtnisanlage im Stadtpark umgestaltet.

Nun hatte diese Kirche einen – weitgehend vergessenen – Vorgängerbau am Stadtplatz, ebenfalls den beiden Heiligen Georg und Katharina geweiht und wohl in die frühe Siedlungsgeschichte Traunsteins zurückreichend. 1405 wird sie erstmals urkundlich erwähnt im Zusammenhang mit einem Haus, das jährlich drei Schilling Pfennig Ewiggeld an die Kapelle St. Georg und Katharina »dient«(3). Es würde den Rahmen dieser Arbeit deutlich sprengen, näher auf das Phänomen eines zweiten Gotteshauses am Stadtplatz einzugehen (4). Georg Schierghofer hat sich bereits 1920 im Rahmen eines Vortrages vor dem Auditorium des Historischen Vereins mit der »Traunsteiner Georgskirche« auseinandergesetzt; seiner 1921 publizierten Arbeit, die auf einer Auswertung der Kirchenrechnungen basiert, entnehmen wir die für uns wichtigen Details zu den Glocken.(5)

Demnach wurden 1584 »2 Schilling 10 Pfennige für einen Schlögel an eine Glocke sowie 1 Schilling 22 Pfennige 1 Heller für 2 Riemen an die Glocke« ausgegeben, 1593 hatte man »eine neue lange Leiter zu den Glocken angeschafft«, desgleichen 1612 ein »neue Leiter zu den Glocken hinauf«. Zweifelsfrei steht also fest: Die Georgs- und Katharinenkapelle am Stadtplatz hatte Glocken, über deren Zahl (mit einigem Recht darf man zwei Stück annehmen) und Entstehungsgeschichte wir allerdings keine näheren Angaben besitzen. Und da bei der Demolierung dieser Kapelle im Februar 1639 sogar ein Teil des Abbruchmaterials für den Neubau Verwendung gefunden hatte und die detaillierte Rechung, was yber Abprechung der Kapelln, herein Fiehrung des Prunß, Einplanckhung des Freidhof und wider Auferpauung St. Georg et Katharina Khappelln Ursachen […] ist bezalt worden (6), keinerlei Aussage über die Neuanschaffung von Glocken enthält, darf man mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit an-nehmen, dass das Geläute der alten Kirche am Stadtplatz für die ‚neue’ Friedhofskirche zunächst wieder verwendet worden ist. Schierghofers Feststellung, »die kleine Glocke, welche die Jahreszahl 1509 (7) trägt, wird wohl aus der alten Kirche stammen«, ist daher uneingeschränkt beizupflichten.

Vor Blitz und Unwetter befreie uns, oh Herr

Über die zweite Glocke, laut aktueller Einschätzung um 1800 zu datieren, führt Seeanners Standardwerk (8) aus: »Ende 18. Jh. oder um 1825 (Maria-Hilf-Relief, Majuskelinschrift: A fulgure et tempestate libera nos domine Jesu Christe« = Vor Blitz und Unwetter befreie uns, oh Herr Jesus Christus); der Durchmesser wird mit 64 cm angegeben, über das Gewicht keine Aussage getroffen.

Die Datierung der Sachverständigen um 1800 würde tatsächlich mit Baumaßnahmen am Turm zur damaligen Zeit einhergehen. Doch findet sich im Stadtarchiv ein überaus interessanter, allerdings nicht datierter Beleg (der dem Autor den letzten Anstoß für diesen Aufsatz gab). Bernhard Ernst, »Stuckh- (= Kanonen) und Gloggengiesser in München«, stellt darin folgende Abrechnung zusammen:

Zum wirdigen St. Georgen und Catharina Gottshauß zu Traunstain gos ich ein neue Gloggn, die wigt nach Laut dem Wagzetl 341 Pfundt. Davon hab ich empfangen an altem Metal 182 Pfundt. Davon get ab in das Feur von iedem Zenten 10 Pfundt, duet den Abgang 18 Pfundt, verbleibt noch alts Metal zu neu giesen 164 Pfundt; von iedem Pfundt zu giesen 6 Kreuzer duet 16 Gulden 24 Kreuzer. Gebirdt mir noch neus Metal zu bezalln 177 Pfundt, jedes Pfundt 30 Kreuzer duet 88 Gulden 30 Kreuzer. Mer ein neuen Schwengl, der wigt 17 Pfundt, iedes Pfundt 10 Kreuzer duet 2 Gulden 50 Kreuzer. Mer von den Gloggen zu wägen in Augspurg 1 Gulden 30 Kreuzer. Suma 109 Gulden 14 Kreuzer.

Auch in Anbetracht der Tatsache, dass ein damaliges bayerisches Pfund nicht exakt den heute üblichen 500 Gramm entspricht, stimmt die Angabe des Glockengießers (»wigt nach Laut dem Wagzetl 341 Pfundt«) frappant mit der Schätzung Sören Draacks – »170 Kilogramm schwer« – überein. Was nicht mit seiner und Seeanners Ansicht konform geht, ist ihre zeitliche Einordnung – und diese erlaubt sich der Verfasser in Anbetracht der Quellenlage zu korrigieren. Die größere der beiden Glocken im Turm der Georgskirche ist nach Lage der Dinge gut 150 Jahre älter als bislang angenommen!

Bernhard Ernst, »kunstreicher« Glockengießer aus München

Wie lässt sich diese forsche Behauptung untermauern? Beginnen wir mit einer einfachen Internetrecherche nach »Bernhard Ernst Glockengießer«, wobei wir uns der Suchmaschine »Google« bedienen. Eine Vielzahl von Treffern scheint auf, darunter ein Verzeichnis der 50 ältesten Glocken im Landkreis Dachau mit Werken von Ernst, datiert zwischen 1636 und 1671. Und für die Pfarrkirche St. Johannes der Täufer im niederbayerischen Seyboldsdorf (Landkreis Vilsbiburg) schuf er eine Glocke mit der Inschrift: »In Schwedens Feuer bin ich zerflossen, Ernst Bernhard in München hat mich neu gegossen«.

Aber auch in Traunstein – und dies belegte wiederum die konventionelle Überlieferung – war der Meister nicht nur für St. Georg und Katharina tätig. 1657 werden fünf neue Glocken in St. Oswald aufgehängt, die Stadt und Pfarrer anstelle des alten Geläutes bei dem ehrnvest(en) und khunstreichen Herrn Bernhardten Ernst, Burger, Stuckh- und Gloggengiesser in Munichen haben fertigen lassen.(9) Und weitere zehn Jahre später enthalten die Akten des Stadtarchivs die Abschrift eines »Rundschreibens« Kurfürst Ferdinand Marias vom 14. Dezember 1667 an die nachgeordneten Pfleggerichte, wonach Ime (= Bernhard Ernst) unnd seinem Sohn Hannß Melchiorem in unnserem Churfürsstenthumb unnd Landten bey allen Khürchen, Gottsheusern unnd sonsten die Gloggen zu güessen vor annderen vergunt und anvertrautt werden solle […], daß Ime die gnädigst erthailte Privilegium ohne das khein Monopolium im Glogg giessen einraumbt noch des Inhalts ist, daß hierdurch anndere Gloggengiesser gennzlich ausgeschlossen sein sollen. (10)

Das so erstellte Zeitfenster des Ernst’schen Wirkens erlaubt nun auch die exakte Datierung der für St. Georg und Katharina gegossenen Glocke. Hierzu waren die Kirchenrechnungen der »Gottesackerkirche« im Pfarrarchiv St. Oswald und dabei der Titel »Ausgab auf allerlay Khürchenornath und Zier« ab ca. 1650 einzusehen. (11) Den entscheidenden Hinweis liefert der Jahresband 1659: […] ist von disem Gotshaus die verhanden claine Gloggen genommen und anstad der zerprochen Gloggen zu dem Heylig-Geist Gotshauß daselbst hin transportirt, aber zu gemelt St. St. Georgen et Catharina ein grössere Glockhen auf 341 Pfundt schwer gossen, beede Gotsheuser zu belegen und der Gloggengiesser in München, Herr Bernhardt Ernst, noch zu bezallen, so in khonfftiger Jahresrechnung zu bringen ist. Die folgende Jahresrechnung 1660 regelt dann die Bezahlung des »Meister Bernhardten«, wobei u.a. exakt »182 Pfundt Glockhenspeis«, das im eingangs zitierten (und jetzt auch datierten) Beleg aufgeführte Altmetall, genannt werden.

Wir fassen zusammen. Ab 1659 ersetzte eine von dem bekannten, in vielen noch erhaltenen Werken dokumentierten Glockengießer Bernhard Ernst aus der Residenzstadt München (12) geschaffene Glocke das kleinere der beiden alten, noch aus der Vorgängerkirche am Stadtplatz stammenden Klanginstrumente von St. Georg und Katharina. Die aussortierte Glocke wiederum wurde als Ersatz für eine dort zerbrochene in die (1959 demolierte) Spitalkirche nach Heilig-Geist verbracht. Die mit Inschrift auf 1509 datierte Glocke, bemerkenswertes Relikt der Georgskirche am Stadtplatz, fügt sich mit der Ernst-Glocke zum noch vorhandenen Geläut der Kirche im Stadtpark zusammen. Schon Schierghofer weist in seinem mehrfach genannten Beitrag auf diese Sachlage hin, bringt dabei jedoch die Fakten ein wenig in Unordnung: »1660 mußte die Giebelmauer der Kirche frisch gebaut werden, auch war eine zerbrochene Glocke durch eine neue zu ersetzten. [Hier irrt der verdienstvolle Heimatfreund; Anm. d. Verf.] Es wird die zweite Glocke sein, die heute noch vorhanden ist, die andere wurde bereits erwähnt. Der Turm barg also damals schon zwei Glocken.«(13) Diesen Umstand stellt auch schon ein 1859 erstelltes Inventar von St. Georg fest; schmucklos listet es zwei Glocken auf, Ankaufspreis unbekannt, Schätzwert 150 Gulden.14 Heute ist es Glockenfreunden, Heimatforschern und auch allen anderen kulturell Interessierten gerne gestattet, ihre Emotionen angesichts zweier derartiger klanginstrumentaler Kleinodien deutlicher zum Ausdruck zu bringen.


Franz Haselbeck


Anmerkungen: 1 Matthias SEEANNER, Die Glocken der Erzdiözese München und Freising (Beiträge zur Geschichte, Topographie und Statistik des Erzbistums München und Freising, Band 11), München 1913. 2Haslach war bis 1851 der für Traunstein relevante Pfarrsitz, sein Friedhof demnach auch die letzte Ruhestätte der Traunsteiner Bevölkerung. 3Stadtarchiv Traunstein, Urkunde Nr. 14a v. 3. Februar 1405. 4Der Autor wird im Zusammenhang mit dem 100-jährigen Jubiläum des Waldfriedhofes im Juli 2008 einen längeren Beitrag vorlegen, der auch die Historie dieser Kapelle/Kirche am Stadtplatz aufarbeitet. 5Georg SCHIERGHOFER, Die Traunsteiner Georgskirche und ihr Friedhof. Vortrag in der Monatsversammlung des Histor. Vereins für den Chiemgau am 17. Mai 1920, in: Heimatbilder aus dem Chiemgau (Beilage zum »Traunsteiner Wochenblatt«) 1921, 23.-26. Ausgabe. Schierghofers Arbeit ist bislang die einzige in Druck erschienene Abhandlung, die sich ausführlicher mit der Geschichte von St. Georg und Katharina, sowohl des alten wie auch des neuen Baus, beschäftigt. 6Stadtarchiv Traunstein, Rechnungen R 16: Baurechung St. Georg und Katharina 1639. 7SCHIERGHOFER gibt an dieser Stelle falsch »1500« an – ein Druck- oder Lesefehler! 8SEEANNER, wie Anmerkung 1. 9Stadtarchiv Traunstein, A VIII 10/4; umfangreicher Akt, der sich für eine genauere Auswertung der künftigen Forschung anbietet. 10Stadtarchiv Traunstein, A VII 29/4. 11Pfarrarchiv St. Oswald, R 2: Jahresrechnungen für St. Georg und Katharina, Gottesackerkirche Traunstein. 12Eine Nachfrage beim Stadtarchiv München (freundliche Auskunft von Frau Angela Stilwell, Archivinspektorin, vom 10. Januar 2008) ergab zur Glockengießerfamilie Ernst noch einige, wenn auch spärliche, biographische Daten: Bernhard Ernst ist als Münchner Glockengießermeister dokumentiert von 1616 bis 1670 – wohl auch das Jahr seines Todes. Der Sohn Johann Melchior Ernst arbeitete ab 1664 mit seinem Vater und später alleine bis zu seinem Tod 1683. Die Familie bewohnte ein stattliches Gebäude im Kreuzviertel (heute etwa Prannerstraße 15), das die Ehefrau von Bernhard Ernst, Anna, verw. Frey, 1624 zum Preis von 3.000 Gulden erworben hatte. 1683 veräußerten die Erben von Johann Melchior Ernst dieses an den Werkstattnachfolger Paulus Kopp (Stuck- und Glockengießer bis 1698). Privilegien Albrecht Sigmunds, Bischof von Freising, und Ferdinand Marias, Herzog von Bayern, die – ähnlich dem im Stadtarchiv Traunstein verwahrten Schriftstück (siehe Anm. 10) – Bernhard und Johann Melchior Ernst das Recht geben, vor anderen Glockengießern ihre Dienste anzubieten, sind für das Jahr 1665 überliefert.
In verwandtschaftlichem Zusammenhang mit Bernhard und Johann Melchior Ernst steht mit großer Wahrscheinlichkeit Anton Bernhard Ernst, der 1715–1728 zusammen mit Johann Matthias Langenegger und anschließend bis 1749 allein als Glockengießer in München nachgewiesen werden kann. Maria Katharina Ernst, Münchner »Hof-, Stuck- und Glockengießerin«, bei der die Stadt Traunstein 1755/56 für St. Oswald zu den vier schon vorhandenen kleinen eine fünfte große Glocke in Auftrag gab (Stadtarchiv Traunstein, A VIII 16/8), kann mit einigem Reicht als dessen Witwe angenommen werden, unter deren Namen der Betrieb des verstorbenen Mannes noch für einige Jahre weitergeführt wurde. 13 SCHIERGHOFER, wie Anm. 14 Pfarrarchiv St. Oswald, A VII 47.



9/2008