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Wolf Maahn zeigt auch nach 30 Jahren Experimentierfreude

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Wolf Maahn
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Wolf Maahn bei einem Solokonzert im Freiburger Jazzhaus. Foto: Hans-Peter Müller Foto: dpa

Köln (dpa) - Viele nennen ihn einen Deutschrocker, doch Musiker Wolf Maahn will sich am liebsten immer wieder neu erfinden.


Seit 30 Jahren erlebt man ihn nun schon auf der Bühne, und pünktlich zu seinem Jubiläum in diesem September macht er mit einem Solo-Live-Album von sich Reden - es ist eine Premiere für den 57-Jährigen. «Lieder vom Rand der Galaxis» heißt das Album. Es wird beworben als «eine Art Best-of mit neuen, aufregenden Versionen».

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«Da sind die Songs aufs Wesentlichste reduziert», erklärt Maahn. «Es gibt dadurch mehr Raum für meinen Gesang. Da kann ich viel mehr in die Feinheiten eintauchen und entdecke die Lieder neu», sagt er im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur.

Neu interpretiert sind zum Beispiel die Songs «Irgendwo in Deutschland» oder «Rosen im Asphalt». Titel wie diese hatten Maahn und seiner Band wenige Jahre nach seinem Debütalbum «Deserteure» (1982) zum Auftritt in der WDR-Rockpalast-Nacht verholfen. Wolf Maahn und seine Deserteure waren die erste deutsche Band bei dem Festival, das aus der Essener Grugahalle in ganz Europa übertragen wurde.

Jetzt also beschränkt sich Maahn auf die Basics. Bei seinen Solo-Konzerten - die neue Tour beginnt am 12. Oktober in seiner Wahlheimat Köln - sitzt er auf einem Barhocker. Er hat nur sich, seine Gitarre und eine Holzkiste. Gegen Letztere stampft er mit dem Fuß - für den Beat. Das sei durchaus sportlich, sagt Maahn, gebe ihm aber auch Power. Musik sei etwas Besonderes und dürfe nicht zu austauschbar werden, betont er. «Früher war man stolz, wenn man 100 LPs im Schrank hatte, und heute hat man auf Knopfdruck Tausende Songs auf seinem iPod.»

Auch in den vergangenen Jahren war Maahn in der Öffentlichkeit weiter präsent - ob er eine freiwillige Radioquote für deutschsprachige Songs forderte oder sich für die SPD engagierte. Auch schauspielerisch trat er in den vergangenen Jahren in Erscheinung: Er hatte die Hauptrolle bei der Rockoper «Das Lied von Schillers Glocke» in Marbach, und er wirkte in der RTL-Serie «Unter uns» mit.

«Es gibt immer wieder Experimente», erzählt Maahn der dpa. Dazu zählt er auch die Solokonzerte, mit denen er im Jahr 2005 begann. Der Künstler will weiter nach vorn blicken: «Ich kann mir vorstellen, ein Dance-Album zu machen. Wir haben auch die Idee, vielleicht noch ein Album für Kinder zu machen», erzählt Maahn. «Jedes hat so seine Zeit. Irgendwann - genau wie bei dem Soloalbum - ist es dann reif und man kann es ernten.»

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