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Videokunst im Renaissancepalast: Bill Viola in Florenz

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Videokunst von Bill Viola in Florenz
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Die Video- und Sound-Installation von Bill Viola: «The Greeting» (1995). Foto: Bill Viola Studio Foto: dpa
Videokunst von Bill Viola in Florenz
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«Visitazione» (1528-29) von Jacopo Carrucci, genannt Pontorme. Foto: Carmignano, Pieve di San Michele Arcangelo/Palazzo Strozzi Foto: dpa
Bill Viola
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Der Videokünstler Bill Viola. Foto: Ian Langsdon Foto: dpa

Bill Viola gilt als einer der bedeutendsten Videokünstler der Gegenwart. Entdeckt hat er diese Kunstform in Florenz. Nun kehrt der Amerikaner mit einer Retrospektive im Palazzo Strozzi zu seinen Ursprüngen zurück.


Florenz (dpa) - Monumentale Video-Installationen gepaart mit Gemälden und Fresken der Renaissance: Die neue Schau von Bill Viola im Palazzo Strozzi in Florenz ist für den Video-Künstler »die beste Ausstellung, die wir jemals gemacht haben«.

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Mit der Retrospektive wollen die Veranstalter den in New York geborenen Videokünstler dem florentiner Publikum näher bringen. Die ausgestellten Werke umfassten die gesamte Karriere des »unangefochtenen Meisters der Videokunst«, so die Veranstalter.

Violas Video-Installationen fügen sich in die Renaissance-Architektur des an der Wende vom 15. zum 16. Jahrhundert erbauten Stadtpalastes und bilden Kontraste zu den ebenfalls ausgestellten Renaissance-Kunstwerken. So rauscht in einem abgedunkelten Raum unter dem Fresco »Die Sintflut« von Paolo Uccello die Video- und Soundinstallation zum selben Thema unter dem englischen Titel »The Deluge« (2002).

In seinen Arbeiten befasst sich Viola mit Themen wie Geburt, Tod und Leid. Die Schau zeigt einige seiner ersten Experimente mit der Kunstform Video aus den 70er Jahren bis hin zu großen Installationen der vergangenen Jahre. Der 1951 in den USA geborene Viola gilt als einer der wichtigsten Gegenwartskünstler. Das damals neue Medium Video hatte der Enkel italienischer Einwanderer in den 70ern in Florenz kennengelernt.

»Irgendetwas darin berührt dich ... es beginnt, dich zu beeinflussen, und man kommt nicht weg davon«, sagt Viola der Deutschen Presse-Agentur mit Blick auf das Gemälde »Die Heimsuchung« des Florentiners Jacopo da Pontormo (1494-1557). Es zeigt ein Treffen der Jungfrau Maria mit ihrer - ebenfalls schwangeren - Cousine Elisabeth. Für die Ausstellung stehen sich erstmals Inspiration und Installation gegenüber: »Die Begrüßung« (1995) flimmert über die Nebenwand. In Zeitlupe - einem Markenzeichen Violas - sieht man zwei Frauen, die eine dritte mit einer Umarmung willkommen heißen. Langsamkeit ist für den Künstler ein wichtiges Stilelement: »Je mehr man etwas ansieht, desto besser versteht man seine Essenz.«

Bei der Ausstellung habe er das Original zum ersten Mal gesehen, fügt Viola hinzu. »Bill war von den Farben und der Komposition sehr begeistert«, sagt Kira Perov, Violas Frau und künstlerische Partnerin. »Es scheint eine nur eine beiläufige Situation zu sein, aber gleichzeitig ist sie auch bedeutend.«

Die Ausstellung in dem altehrwürdigen Renaissancepalast im Zentrum von Florenz läuft bis zum 23. Juli. Mit Kooperationen etwa mit den Uffizien und dem Dommuseum in Florenz hoffen die Ausstellungsmacher auf noch breiteres Interesse. Ab 2. Juni zeigen auch die Deichtorhallen in Hamburg Installationen Violas.

Im Palazzo Strozzi hatte zuvor der chinesische Gegenwartskünstler Ai Weiwei mit der Ausstellung »Libero« (dt. »Frei«) für Aufsehen gesorgt. Mit den in Florenz umstrittenen Schlauchbooten von Flüchtlingen an der Fassade war die Schau mit 150 000 Besuchern die meistbesuchte Ausstellung eines Gegenwartskünstler, wie der Leiter des Palazzo, Arturo Galansino, sagt.

Internetseite Bill Viola

Ausstellung im Palazzo Strozzi

Viola in Hamburg

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