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«Silver Linings Playbook» gewinnt Toronto Film Festival

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Bradley Cooper + Jennifer Lawrence
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Bradley Cooper und Jennifer Lawrence begeisterten das Publikum in Toronto mit dem Film «Silver Linings Playbook». Foto: Warren Toda Foto: dpa

Toronto (dpa) - Das Oscar-Rennen hat noch nicht offiziell begonnen, der Zuschauerpreis des 37. Toronto International Film Festival (TIFF) sorgt aber für erste Spekulationen.


Der Film «Silver Linings Playbook» des US-Regisseurs David O. Russell («The Fighter») ging am Sonntag als Sieger des elftägigen Festivals hervor. Das TIFF gilt seit Jahren als Barometer für die Oscars.

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Ob die Tragikomödie mit Bradley Cooper und Jennifer Lawrence in den Hauptrollen wie andere TIFF-Gewinner zuvor auch die Hollywood-Trophäe abräumen kann, wird sich bei der Oscar-Verleihung am 24. Februar 2013 zeigen. Zum besten Dokumentarfilm wählten die TIFF-Zuschauer in Toronto Jared Letos Musikdoku «Artifact».

«Silver Linings Playbook» wurde vom Publikum als bester von 372 Beiträgen aus 72 Ländern ausgezeichnet. «Es ist eine zutiefst emotionale Geschichte», sagte TIFF-Geschäftsführer Piers Handling bei der Bekanntgabe des Siegerfilmes und prophezeite den Hauptdarstellern Oscar-Nominierungen.

Der Streifen erzählt die Geschichte des Lehrers Pat Solitano (Cooper), der in einer Lebenskrise steckt und nach einem Klinikaufenthalt wieder zu seinen Eltern (Jacki Weaver und Robert de Niro) zieht. Während er sich einen Plan zurechtlegt, um seine Ex-Frau wiederzugewinnen, trifft er auf Tiffany (Lawrence), die nach dem Tod ihres Mannes selbst auch mit psychischen Problemen kämpft. Sie will ihm helfen, wenn er ihr als Gegenleistung einen Gefallen tut. In den USA soll der Film am 21. November offiziell anlaufen, für Deutschland wurde bisher noch kein Kinostart bekanntgegeben.

Russells Werk setzte sich gegen Favoriten wie Thomas Andersons «The Master» und «Cloud Atlas», der Zusammenarbeit des deutschen Regisseurs Tom Tykwer mit Lana und Andy Wachowski, durch. Auch Margarethe von Trottas «Hannah Arendt» ging leer aus.

Ben Afflecks «Argo» über einen CIA-Befreiungsspezialisten am Siedepunkt der iranischen Revolution 1979, stand in der Gunst des Publikums knapp hinter «Silver Linings Playbook» und wurde zum «Runner-Up», zum Zweitplatzierten, gekürt. Der US-Schauspieler hatte Regie geführt und in dem Drama die Hauptrolle übernommen. «Ben Affleck hat mit diesem Film einen Volltreffer gelandet. Die Zuschauer in Toronto gaben Ovationen, sie nahmen ihn begeistert an und liebten ihn», so Handling.

Insgesamt standen in den elf Tagen des TIFFs 146 Weltpremieren auf dem Programm, darunter Regiewerke von Dustin Hoffman («Quartett») und Noah Baumbach («Frances Ha»). Deutschland war mit knapp 30 Filmen vertreten, darunter Dokus und Koproduktionen.

Während bei Filmfesten wie Cannes, Berlin und Venedig eine Jury den Gewinnerfilm kürt, wählt in Toronto das Publikum den Sieger. Unter anderem begannen Filme wie «American Beauty», «Slumdog Millionär», «The King's Speech» und «Precious - Das Leben ist kostbar» ihren Erfolgszug in der kanadischen Metropole und sahnten anschließend mehrere Oscars ab.