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Schau über «Bond»-Designer Ken Adam in Berlin

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Retrospektive «Bigger Than Life. Ken Adam's Film Design»
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Szenenbildner Ken Adam im Museum für Film und Fernsehen in Berlin. Foto: Maurizio Gambarini Foto: dpa
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Entwurf von Ken Adam in der Berliner Schau. Foto: Maurizio Gambarini Foto: dpa

Berlin (dpa) - Sir Ken Adam (93) hat immer groß gedacht - auch wenn das Budget klein war. «Bigger than Life. Ken Adam's Film Design» heißt deshalb die Schau über den Set-Designer der frühen «James Bond»-Filme, die von Donnerstag an im Berliner Museum für Film und Fernsehen zu sehen ist.


Heute verschlingt eine «James Bond»-Produktion locker bis zu 150 Millionen Dollar. Das war früher ganz anders, wie sich der gebürtige Berliner Adam am Mittwoch erinnert. «Die ersten «Bonds», wo wir so gut wie überhaupt kein Geld hatten, waren eine große Herausforderung», so der zweifache Oscarpreisträger und Filmarchitekt.

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Der erste Film «007 jagt Dr. No» kostete 1962 nur etwa 1 Million Dollar. Doch trotz begrenzter Mittel kreierte der heute in London lebende Production Designer damals für sieben «Bond»-Thriller stilprägende Räume und Spezialeffekte: Von der Laserstrahl-Maschine - unter der 007 von «Goldfinger» (1964) festgeschnallt wird - bis zum im Inneren eines Vulkans eingerichteten Schurken-Hauptquartier in «Man lebt nur zweimal» (1967).

Daneben erfand Adam Unterwasser-Scooter, den Schleudersitz im Aston Martin und die Raumstation für «Moonraker» (1979). Aber auch der berühmte «War Room» aus Stanley Kubricks «Dr. Seltsam. Oder: Wie ich lernte, die Bombe zu lieben» (1964) war eine Idee von Adam. Und für die «Addams Family» entwarf er ein Gothic-Haus.

Vor zwei Jahren schenkte Adam sein Archiv der Deutschen Kinemathek. Aus der mehr als 6000 Objekte umfassenden Sammlung des Szenenbildners wählte das Museum für die Ausstellung unter anderem 250 Zeichnungen aus. Sie zeigen Adams fantasievolle Schöpfungen von der ersten Idee bis zum fertigen Film.

Auch Adams Biografie widmet sich die Ausstellung. Als Klaus Hugo Adam wurde der Künstler 1921 in Berlin geboren. Sein Vater führte zusammen mit seinen Brüdern ein großes Sport- und Modegeschäft an der Ecke Leipziger-/Friedrichstraße. 1934 musste die jüdische Familie vor den Nazis nach Großbritannien flüchten.

Der letzte Bond-Film, den er gesehen habe, sei «Skyfall» mit Daniel Craig gewesen, sagt Adam. «Es war einer der besseren neuen Filme», kommentiert er. Die heutigen Actionfilme mit ihren vielen, am Computer animierten Szenen sieht er kritisch. «Zu meiner Zeit waren die Schauspieler unglaublich wichtig. Heute ist alles sehr technisch», sagt Adam. «Es fehlt das Herz meiner Ansicht nach.»

Die Ausstellung «Bigger than Life. Ken Adam's Film Design» ist bis zum 17. Mai 2015 zu sehen. Zurzeit wird das Archiv von Adam auch archivarisch so bearbeitet, dass es vom Jahr 2015 an online zugänglich ist, wie die Kinemathek ankündigte.

Infos zur Ausstellung