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Prinz Andrew am Seil: Imagepflege am Wolkenkratzer

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Der Draufgänger: Prinz Andrew. Foto: John Stilwell Foto: dpa
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Schwindelerregend. Foto: Karel Prinsloo Foto: dpa
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Prinz Andrew beim «Abseiling». Fotop: Karel Prinsloo Foto: dpa
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Kaum zu sehen: Prinz Andrew. Foto: Karel Prinsloo Foto: dpa
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Geschafft. Foto: John Stilwell Foto: dpa

London (dpa) - Prinz Andrew ist bekannt für seinen Wagemut. Im Falkland-Krieg flog der Sohn von Queen Elizabeth II. einen Kampfhubschrauber und auch im Privatleben gilt der Ex-Mann von Sarah »Fergie« Ferguson als Draufgänger.


Am Montag hob »Randy Andy« nun regelrecht ab: An einem Kletterseil ließ sich der 52-Jährige die Fassade des höchsten Londoner Wolkenkratzers »The Shard« (»Die Scherbe«) hinab. »Das Schlimmste ist, wenn man hochsteigt - dann wird einem bewusst, was man tut«, bekannte der Prinz, als er wieder festen Boden unter den Füßen hatte.

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Was sollte die spektakuläre Aktion des einstigen Luftikus in luftiger Höhe? Andrew will Geld eintreiben. Eine Million Pfund (rund 1,25 Millionen Euro) sollen an Spenden zusammenkommen. Nutznießer sind zwei Hilfsorganisationen. Der Outward Bound Trust, dessen Präsident Andrew ist, fördert mit Abenteuer-Programmen die Bildung von Kindern und Jugendlichen in der Natur. Der Royal Marines Charitable Trust Fund kümmert sich unter anderem um verwundete Soldaten.

Das »Abseiling« wie die Briten die Aktion im schönsten »Denglisch« nennen, kommt für Andrew gerade recht. Die Nummer vier der britischen Thronfolge hat ein Image-Problem. Als Außenhandelsattaché der britischen Regierung musste er vor kurzem gehen. Die Kritik über den reiselustigen »Air Miles Andy« hatte sich über Jahre angestaut. Teils dubiose Geschäftspartner aus Kasachstan und der arabischen Welt, Bilder, die ihn an der Seite blutjunger Mädchen zeigen, die Freundschaft zu einem Geschäftsmann, der wegen sexueller Übergriffe auf Minderjährige verurteilt wurde - all das hat den zweitältesten Sohn der Queen nicht gerade zum Vorzeige-Royal gemacht.

Stattdessen nutzt er die freigewordene Zeit jetzt zur Imagepflege als mutiger Draufgänger. Stets im Dienste der Allgemeinheit und der Bedürftigen - so will das Königshaus im Jahr eins nach der Hochzeit seines neuen Superstars Prinz William und dessen Frau Kate wahrgenommen werden. Das Eintreiben von Spenden sehen die Windsors als eine ihrer vornehmsten Aufgaben. Sie geben ihren guten Namen, das Volk gibt das Geld. Queen-Ehemann Prinz Philips Name steht auf dem Briefkopf von mehr als 700 Organisation, der der Königin auf über 600. Insgesamt haben die Royals mehr als 3000 Schirmherrschaften.

Ganz von alleine fließen die Summen für den guten Zweck aber dann doch nicht - nur spektakuläre Aktionen bringen die nötige Aufmerksamkeit. Prinz Harry etwa, zuletzt bei leicht dekadenten Feier-Spielchen mit Nacktbildern in Las Vegas unangenehm aufgefallen, will nächstes Jahr zum Südpol marschieren. Und Andrews Tochter Beatrice will noch in dieser Woche den höchsten Berg der Alpen, den 4810 Meter hohen Montblanc erklimmen.

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