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Peter Maffay ist »Goldenes Schlitzohr« - Buhrow singt Dylan-Song

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Verleihung "Goldenes Schlitzohr" 2013
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Peter Maffay in Hamburg nach der Verleihung des "Goldenen Schlitzohres". Foto: Georg Wendt Foto: dpa
Verleihung "Goldenes Schlitzohr" 2013
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Moderator Tom Buhrow (r) und der englische Musiker Duncan Townsend bei der Verleihung des "Goldenen Schlitzohres". Foto: Georg Wendt Foto: dpa

Hamburg (dpa) - Für sein Engagement zugunsten von notleidenden Kindern ist der Rocksänger Peter Maffay mit dem »Goldenen Schlitzohr« 2013 geehrt worden.


Bei einer Gala im Hamburger St. Pauli Theater erhielt der 63-Jährige am Samstagabend den mit 25 000 Euro dotierten Preis. Maffay habe sich im positiven Sinne als Schlitzohr hervorgetan und sich enorm für notleidende Kinder eingesetzt, sagte der Vorstandsvorsitzende des Mühlheimer Internationalen Clubs der Schlitzohren e.V., Matthias Graf Lambsdorff. Die Laudatio vor mehr als 500 Gästen hielt der Schauspieler Sky du Mont, der 2010 zum »Goldenen Schlitzohr« gekürt worden war.

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»Tagesthemen«-Moderator Tom Buhrow führte durch den Abend und glänzte mit einer launigen Moderation. Schließlich griff er sogar selbst zur Gitarre und sang zusammen mit dem englischen Musiker Duncan Townsend noch einen alten Song von Bob Dylan, das Publikum war begeistert.

Maffay, der sich seit zwölf Jahren mit seiner Stiftung für Kinder einsetzt, bezeichnete die Auszeichnung als »unglaublichen Augenblick und besonders«. »Ich habe vor solchen Auftritten mehr Bammel als gestern Abend vor 10 000 Leuten am Kalkberg in Bad Segeberg«, sagte der Musiker (»Tabaluga und die Zeichen der Zeit«). Mit dem »Schlitzohr«-Preisgeld von 25 000 Euro möchte Maffay ein Ferienhaus für traumatisierte Jungen und Mädchen in seinem Geburtsland Rumänien fördern.

Kinder seien das schwächste Glied in der Gesellschaft. »Und wir, die Erwachsenen, müssen ihnen Rückhalt geben«, sagte der Vater eines neunjährigen Sohnes. Zuvor hatte Laudator du Mont den Preisträger als »Lobbyisten der Kinder« bezeichnet, der sich engagiere und nicht darüber rede. Neben seiner erfolgreichen Karriere als Musiker, der Talent und Charakter vereine, besitze Maffay »ein gewisses Maß an Schlitzohrigkeit und Cleverness«, sagte du Mont.

Der Moderator der Gala, Buhrow, lobte im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa die Komplexität der Projekte des Internationalen Clubs der Schlitzohren. »Bei diesem Verein ist alles möglich«, sagte der »Tagesthemen«-Moderator. Besonders gefalle ihm ein Projekt, das Kindergärtnerinnen auf dem Gebiet der Volkslieder ausbilde.

Der Internationale Club der Schlitzohren wurde 1979 von Werner Bungert aus Mülheim an der Ruhr und anderen Kaufleuten gegründet. Seither hat der Verein eigenen Angaben zufolge mehr als 1000 Kinderprojekte in mehr als 70 Ländern weltweit unterstützt. So ermöglichen die Schlitzohren Jungen und Mädchen Bildung, medizinische Versorgung sowie kulturelle und soziale Entfaltung. Finanziert wird die Arbeit durch Mitgliedsbeiträge und Spenden.

Zu den »Schlitzohr«-Preisträgern in den vergangenen Jahrzehnten zählen der Mediziner Eckart von Hirschhausen, der frühere Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher, der Entertainer Thomas Gottschalk und der Satiriker Ephraim Kishon. Sie alle mussten ihr Preisgeld jeweils einem Kinderhilfsprojekt spenden.