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»Only Teardrops« in Dänemark: Jubel und Skepsis

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Eurovision Song Contest - Dänemark
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Emmelie de Forest und ihre Mitstreiter freuen sich über den Sieg. Foto: Joerg Carstensen Foto: dpa

Kopenhagen/Malmö/Berlin (dpa) - Euphorie, rot-weiße Flaggen und Freudentränen, soweit das Auge reichte. In der dänischen Hauptstadt Kopenhagen haben Tausende Fans mit Slogans wie »Sejren er vor« (»Der Sieg ist unser«) den Triumph beim Eurovision Song Contest (ESC) wie den Fußball-EM-Erfolg 1992 gefeiert.


Die 20-jährige Dänin Emmelie de Forest hatte den ESC in Malmö am frühen Sonntagmorgen mit ihrem Titel »Only Teardrops« gewonnen. Doch in den Freudentaumel mischte sich bei den Verantwortlichen bald ein bitterer Beigeschmack - dieser Sieg könnte teuer werden. Und in Deutschland beginnt nach dem wenig glorreichen Platz 21 für Natalie Horler und ihrem Titel »Glorious« das Nachdenken über den nächsten Vorentscheid.

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Dänemark kalkuliert bereits die Kosten für den nächsten ESC. Auf den ausrichtenden Sender, Danmarks Radio (DR) kommen jetzt hohe finanzielle Belastungen zu, wie die Generaldirektorin Maria Rørbye Rønn nach der Siegesnacht durchblicken ließ. Ein Reporter ihres eigenen Senders fragte sie, ob denn nun mit vielen Wiederholungen in den Programmen zu rechnen sei, um den Aufwand für das kommende Jahr zu finanzieren. Man werde sich »allergrößte Mühe geben«, so Rønn, damit die eigenen Zuschauer nicht die Zeche zahlen müssen.

Der Sender DR hatte die auch in Dänemark angekommene Finanzkrise jüngst zu spüren bekommen. Entlassungen waren die Folge. Die Erinnerungen an die letzte ESC-Finalrunde, die Dänemark austrug, sind auch gemischt. ARD-Reporter Peter Urban erinnerte schon in der Nacht zum Sonntag nach Emmelie de Forests Sieg mit Schaudern an die Veranstaltung im Jahr 2001 im 38 000 Zuschauer fassenden »Parken«-Stadion. Die DR-Generaldirektorin wollte nicht ausschließen, dass beim nächsten Mal eine Malmö-Lösung mit einer kleinen Halle auch für Dänemark infrage komme.

Währenddessen wurde aber trotzdem weitergefeiert: Auch die dänische Minderheit in Schleswig-Holstein zeigte sich in Internetforen begeistert. Der Sprecher des Südschleswigschen Wählerverbandes im Kieler Landtag, Per Dittrich, sagte am Montag der dpa: »Bei uns schlagen immer zwei Herzen in der Brust - eine Seite gewinnt immer«, sagte er. So habe sich die dänische Minderheit auch über den deutschen Sieg von Lena vor drei Jahren in Oslo gefreut.

Er glaube nicht, dass das schlechte Abschneiden des diesjährigen deutschen Beitrags »Glorious« von Natalie Horler, die mit gerade einmal 18 Punkten nur auf Platz 21 landete, politische Gründe habe, wie vom ARD-Unterhaltungskoordinator Thomas Schreiber vermutet. »Das bezweifele ich«, sagte Dittrich. »Das Verhältnis zwischen Deutschland und Dänemark war noch nie so gut.« Schreiber hatte gesagt: »Es gibt sicher auch eine politische Lage. Ich will nicht sagen "18 Punkte für Angela Merkel". Aber man muss eben auch sehen, da stand nicht nur Cascada, sondern da stand auch Deutschland auf der Bühne.«

Genug Gesprächsthemen bietet das Grand-Prix-Ergebnis auf verschiedenen Ebenen: Ausrichter Dänemark muss sich um einen Austragungsplatz, die Organisation und einen großen Teil der Finanzierung Gedanken machen. In Deutschland dürften wieder Diskussionen um die Vorauswahl der Kandidaten entbrennen. Die ARD hatte sich zuletzt wieder allein um das Spektakel gekümmert. ProSieben-Tausendsassa Stefan Raab, der die vergangenen Jahre kreativ in die Auswahlverfahren eingebunden war, hatte sich 2013 rausgehalten. Er war noch 2010 Wegbereiter für Lenas Triumph.

Könnte Raab vielleicht für den ESC 2014 wieder eine wichtige Rolle bekommen? Koordinator Schreiber verwies auf Anfrage darauf, dass der deutsche Vorentscheid bereits »eine Co-Eigen-Produktion des NDR mit Brainpool« gewesen sei. Die Produktionsschmiede Brainpool arbeitet eng mit Raab zusammen. »Außerdem haben wir bereits vor dem ESC 2013 über eine Weiterentwicklung des deutschen Vorentscheides für 2014 nachgedacht«, so Schreiber weiter. »Das steckt hinter meinem Satz aus der Pressemeldung vom Sonntagvormittag, dass wir uns noch stärker auf die Songauswahl konzentrieren wollen.«