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Hella von Sinnen ist «stinkwütend»

Heidelberg (dpa) - Die Komikerin Hella von Sinnen (55) beklagt einen gesellschaftlichen Rückschritt im Umgang mit Lesben und Schwulen. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel wirft sie falsche Signale vor.

Hella von Sinnen
Laut Hella von Sinnen gab es für Homosexuelle schon entspanntere Zeiten. Foto: Horst Ossinger Foto: dpa

Hella von Sinnen sieht in der Gleichstellung von Homosexuellen wenig Fortschritt. «Ich treffe oft heterosexuelle Menschen, die zwitschern, dass wir Homosexuellen uns nicht beschweren sollten. Es ist aber nun mal so, dass wir die Situation ganz anders empfinden», sagte die Moderatorin, Schauspielerin und Synchronsprecherin der «Rhein-Neckar-Zeitung». «Ich habe den Eindruck, dass es schon mal eine entspanntere Zeit gab und dass es einen Rückwärtssalto gegeben hat.»

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Einen Grund für diese Entwicklung hat von Sinnen parat: «Offensichtlich haben unsere großen Kirchen noch immer einen meinungsbildenden Einfluss. Das sieht man auch in unseren Regierungsparteien, die das «C» für christlich in ihrem Namen tragen.» Obwohl Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit der FDP in der Koalition gewesen sei, habe sie sich gegen das Adoptionsgesetz bei gleichgeschlechtlichen Partnern ausgesprochen. «Und das, obwohl sie mit Guido Westerwelle einen Homosexuellen in ihren Reihen hatte. Dafür habe ich überhaupt kein Verständnis.» Manchmal sei sie deshalb «traurig und manchmal stinkwütend», erklärte von Sinnen. Sie könne die Argumente einfach nicht nachvollziehen.