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Große Science-Fiction-Ausstellung in Bonn

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Science Fiction in Deutschland
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«Science Fiction in Deutschland» im Bonner Haus der Geschichte. Foto: Horst Ossinger Foto: dpa

Bonn (dpa) - Ein zwei Meter großer Alien weist den Weg zur Ausstellung »Science Fiction in Deutschland«. Dann taucht der Besucher ein in ein Ausstellungsraumschiff, in dem ihm Träume, Visionen und Filme an die Hand gegeben werden, die vom Glück des technischen Fortschritts einerseits und von den Schrecken menschengemachter Katastrophen andererseits künden.


Es sei eine Rückkehr in die Zukunft, fokussiert auf Deutschland, beschreibt der Ausstellungsdirektor des Hauses der Geschichte, Jürgen Reiche, die Schau. Vom 30. November bis zum 10. März 2013 werden mehr als 600 Objekte auf gut 200 Quadratmetern Fläche präsentiert.

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Die Ausstellung macht klar, inwieweit Science Fiction und Zeitgeschichte miteinander verknüpft sind. Am Beginn des Science-Fiction-Films steht Fritz Lang mit »Metropolis« und »Die Frau im Mond« aus den 20er Jahren. »Metropolis« hat Filmgeschichte geschrieben und gehört heute zum Weltkulturerbe. Ein aufwendiger Nachbau des Maschinenmenschen aus dem Film steht am Anfang der Ausstellung.

In den 50er und 60er Jahren bestimmen die nukleare Aufrüstung und der Wettlauf ins All sowie der Kalte Krieg die internationalen Themen. Es werden Schreckszenarien nuklearer Katastrophen gezeichnet. Filme und Romane beschäftigen sich mit UFO-Invasionen und totalitär geführten Zukunftsstaaten. Die westliche Welt ist schockiert, als die Sowjetunion mit »Sputnik« den ersten Satelliten auf eine Erdumlaufbahn schickt.

1961 erscheint die erste Folge der Science-Fiction-Serie Perry Rhodan. Bis heute erscheinen die Abenteuer des Titelhelden wöchentlich. Mittlerweile ist Heft Nummer 2674 auf dem Markt und Woche für Woche werden die Hefte nach Angaben des Präsidenten des Museums, Hans Walter Hütter, in einer Auflage von 85 000 gedruckt. Im ersten Erscheinungsjahr landete Perry Rhodan auf dem Mond, acht Jahre vor Neil Armstrong. Den Ausstellungsbesucher erwarten Originalmanuskripte und Titelseiten.

1966 schließlich startet im Deutschen Fernsehen die Science-Fiction-Serie »Raumpatrouille Orion«. Zahlreiche Filmausschnitte versetzen den Besucher in diese Zeit. Gezeigt werden originale Requisiten aus den Filmen, wie etwa Anspitzer, die im Film als Schalter dienen, und das zentrale Bedienungselement des Maschinenleitstandes, das in Wahrheit ein Bügeleisen ist.

In den 70er Jahren sind alle großen Verlage mit qualitativ hochstehenden Science-Fiction-Produkten auf dem Markt. Die Ausstellung verweist auf Filmproduktionen aus dieser Zeit, die einen besonders kritischen Blick auf die Gegenwart richteten. »Man guckt in die Zukunft, um eine neue Perspektive auf die Gegenwart zu finden«, sagt Christian Peters, Kurator der Ausstellung. Er verweist besonders auf den Film »Welt am Draht« von Rainer-Werner Fassbinder von 1973. Fassbinder zeige das Bild einer computergenerierten Welt. Illusion und Wirklichkeit seien nicht mehr zu unterscheiden. Damit nehme er die Inhalte der Matrix-Filmreihe vorweg.

Fast am Ende der Schau begegnet der Zuschauer Darth Vader aus »Star Wars«. Natürlich hat die US-Produktion die Science-Fiction-Welt in Deutschland beeinflusst.

Museumsmitteilung zur Ausstellung

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