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Gesellschaftsdrama von Assayas in Venedig gefeiert

Venedig (dpa) - Das Gesellschaftsdrama «Après mai» des Franzosen Olivier Assayas ist am Montag beim Internationalen Filmfest Venedig gefeiert worden.

69. Filmfestspiele in Venedig - Après mai
Olivier Assayas stellt seinen Film «Apres mai» in Venedig vor. Foto: Claudio Onorati Foto: dpa
69. Filmfestspiele in Venedig - Après mai
Die französische Schauspielerin Carole Combes («Après mai») hat Spaß. Foto: Claudio Onorati Foto: dpa
69. Filmfestspiele in Venedig - Après mai
India Salvor Menuez («Après mai») in Venedig. Foto: Claudio Onorati Foto: dpa
69. Filmfestspiele in Venedig - Après mai
Beifall für Olivier Assayas. Foto: Claudio Onorati Foto: dpa

Es erzählt in stimmungsvollen Bildern von einer Jugend Anfang der 1970er Jahre, als die junge Generation gegen die bestehenden politischen und sozialen Systeme rebelliert. Assayas machte sich mit der prämierten Fernseh-Serie «Carlos - Der Schakal» um den bekannten Terroristen einen Namen. Der 57-Jährige ist mit «Après mai» zum ersten Mal im venezianischen Wettbewerb vertreten.

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Assayas lässt sich Zeit, seine Geschichten zu erzählen. Er reduziert die Bewegungen und Ereignisse jener Jahre nicht auf skizzenhafte Formeln, sondern versucht, die Stimmung möglichst umfassend einzufangen.

Im Mittelpunkt steht der junge Gilles, der sich politisch engagiert, gleichzeitig aber seine eigenen Ziele als Künstler verfolgen will. Er reist durch Europa, setzt sich für die Rechte von Arbeitern ein, kämpft gegen Ungerechtigkeiten. Assayas fängt Bilder von Diskussionsrunden, Demonstrationen und Protestaktionen genauso ein wie dauer-rauchende Jugendliche, die die Liebe erkunden.

Spannend ist dabei, dass der Regisseur nichts verklärt oder heroisiert, sondern zurückhaltend von den persönlichen Entwicklungen berichtet. Wie die politisch ambitionierten Heranwachsenden vom Leben eingeholt werden, wie die revolutionären Ideen von alltäglichen Zielen überlagert werden.

Heutige Filme über das Heranwachsen seien oft heiter und fröhlich, sagte Assayas, der Anfang der 70er Jahre etwa im Alter seiner Protagonisten war. «Ich denke eher an Melancholie. (...) Ich erinnere mich an eine ernste Zeit, eine traurige Zeit.» Viele Menschen seien überwältigt gewesen von dem, was in dieser Zeit an Umbrüchen über sie hereingebrochen sei.

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