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Die Kelten kommen! Schau der Superlative in Stuttgart

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Die Welt der Kelten
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Keltische Statuen. Foto: Franziska Kraufmann Foto: dpa
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Eine Goldperle aus einem Fürstinnengrab. Foto: Franziska Kraufmann Foto: dpa
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Ein keltischer Kultstab aus Gold. Foto: Franziska Kraufmann Foto: dpa
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Eine keltische Statue aus Stein (5. Jh. v.Chr.). Foto: Franziska Kraufmann Foto: dpa
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Tongefäße aus einem Kelten-Grab. Foto: Franziska Kraufmann Foto: dpa
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Eine keltische Statue aus Stein (5. Jh. v.Chr.). Foto: Franziska Kraufmann Foto: dpa

Stuttgart (dpa) - «Versoffen» und «kriegerisch» sollen sie laut Platon gewesen sein, die Kelten. Eine Ausstellung in Stuttgart will mit diesem Vorurteil aufräumen und zeigen, wie fortschrittlich die Volksstämme waren.


Sie soll eine Schau der Rekorde sein, die Stuttgarter Ausstellung «Die Welt der Kelten». Seit Jahrzehnten wurde keine umfassendere Ausstellung mehr über die Volksgruppen der Eisenzeit auf die Beine gestellt, wie die Organisatoren erklären. «Wir zeigen das Beste vom Besten aus dem keltischen Europa», sagt Cornelia Ewigleben, Direktorin des Württembergischen Landesmuseums, mit Blick auf rund 1300 Exponate aus gut 1500 Jahren Geschichte dieser für viele auch heute noch sagenumwobenen Völkergruppen. Sie sind vom 15. September bis 17. Februar 2013 in Stuttgart zu sehen.

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Erstmals werden dabei einem breiten Publikum die bisherigen Goldfunde aus dem sogenannten «Keltenblock» gezeigt. In dem rund vier mal fünf Meter großen Kammerschlachtgrab aus der Nähe von Herbertingen bei Sigmaringen fanden die Archäologen inzwischen mehr als zwanzig Goldstücke, darunter kunstvoll verzierte Kugeln und ein großer Schmuckohrring.

Sie zählen zu den spektakulärsten Objekten in der unter dem Titel «Zentren der Macht» stehenden Hälfte der Ausstellung. Neben der Heuneburg - vermutlich die älteste stadtähnliche Siedlung nördlich der Alpen - beschäftigt sich dieser Ausstellungsteil auch mit Fundstücken aus vier anderen Fürstensitzen, darunter Goldschalen, Krüge und Schmuckbroschen. Zusätzlich sind dort auch Darstellungen zur Geschichte der Kelten und ihrer Erforschung zu sehen.

Der zweite Teil der Ausstellung ist den «Kostbarkeiten der Kunst» der Kelten gewidmet. Zu sehen sind hier Bestände des Landesmuseums Württemberg und aus dem Historischen Museum Bern, ergänzt durch Stücke aus ganz Europa. Leihgaben aus 14 Ländern von 136 Institutionen gibt es laut Ewigleben. Zu den Höhepunkten zählen Grabfunde, die ältesten Großplastiken in Menschengestalt nördlich der Alpen, bis hin zu irischer Buchmalerei aus dem 7. Jahrhundert.

Archäologe Dirk Krauße erklärt den Auslass der Ausstellung: «Wir haben in den letzen Jahren ganz ausgezeichnete, zum Teil sensationelle Funde erzielt.» Inzwischen gälten nicht mehr die spätkeltischen Zentren aus der nachchristlichen Zeit, sogenannte Oppida, als erste Städte, sondern bereits die 2500 Jahre alten Fürstensitze nach dem Beispiel der Heuneburg. «Diese Anlagen sind riesige Siedlungen mit komplexer, monumentaler Architektur», erläuterte Krauße.

Die Darstellung dieser Strukturen hat ihren Preis: Rund 3,7 Millionen Euro kosten beide Teilausstellungen zusammen. 2,2 Millionen davon stammen vom Land Baden-Württemberg, bestätigte eine Sprecherin. Noch nie habe eine dieser seit 1977 ausgerichteten und «Große Landesausstellung» genannten Schauen mehr Geld bekommen.

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