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«Der Turm» feiert Premiere in Dresden

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Premieren 'Der Turm'
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Schauspieler Sebastian Urzendowsky und seine Freundin Noo Steffen bei der Premiere in Dresden. Foto: Arno Burgi Foto: dpa
Premieren 'Der Turm'
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Die Schauspielerin Claudia Michelsen (l-r), Autor Uwe Tellkamp und Schauspieler Jan Josef Liefers in Dresden. Foto: Arno Burgi Foto: dpa
Premiere 'Der Turm'
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Uwe Tellkamp (l) und Schauspieler Jan Josef Liefers kamen im Retro-Auto. Foto: Arno Burgi Foto: dpa

Dresden (dpa) - Die Verfilmung von Uwe Tellkamps preisgekröntem Roman «Der Turm» setzt die Aufarbeitung der DDR-Geschichte durch Dokumentation und Fiktion des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR) fort.


«Es ist ein besonderer Film nach einem besonderen Roman», sagte Intendantin Karola Wille am Montagabend vor der ersten Galapremiere des Zweiteilers in Dresden. Die ARD strahlt die beiden 90-Minüter am 3. und 4. Oktober jeweils um 20.15 Uhr aus. «Die Geschichte der DDR gehört ebenso zu unserem Erbe wie die Geschichte der BRD», betonte ARD-Programmdirektor Volker Herres. Es sei notwendig, auch jüngeren Generationen die Augen über dieses Land der Diktatur zu öffnen.

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Drehbuchautor Thomas Kirchner hat das 1000 Seiten-Epos über das Leben der Bildungsbürger im Dresdner Turmstraßenviertel zwischen 1982 und 1989 komprimiert. Skizziert werden das Doppelleben des Chirurgen Richard Hoffmann, die Spannungen in der Familie, der erzwungene Wehrdienst von Sohn Christian, dessen Widerstand und seine Zeit im Gefängnis. Am Ende sind das Land in Aufruhr, die Ehe der Hoffmanns zerrüttet, Mutter und viele Bekannte in der Oppositionsbewegung.

Die historische Zeitreise rufe Erinnerungen wach an ein Leben zwischen Auflehnung und Anpassung, sagte MDR-Intendantin Wille. Der Film werfe einen differenzierten Blick auf die späte DDR, mit Grautönen statt Schwarz-Weiß-Malerei. «Er macht nachdenklich und entzieht vielleicht auch dem ein oder anderen Vorurteil den Boden.»