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«Das Supertalent»: Gottschalk muss sich noch warmlaufen

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Das Supertalent
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Noch läuft nicht alles rund bei Thomas Gottschalk, Michelle Hunziker und Dieter Bohlen. Foto: Jörg Carstensen Foto: dpa

Berlin (dpa) - Der große Thomas Gottschalk. Mehr als zehn Millionen TV-Zuschauer lagen ihm in guten Zeiten beim Samstagabendshow-Klassiker «Wetten, dass..?» zu Füßen.


Er genoss seine Alleinstellung als größter deutscher Entertainer - vielen ist noch sein Abschied im Dezember 2011 vom ZDF in Erinnerung, als er sich mit glänzenden Augen vom Saalpublikum feiern ließ. Und jetzt? Da muss er sich die Aufmerksamkeit mit einem Aufsteiger der deutschen TV-Landschaft teilen: mit dem Musiker Dieter Bohlen (58), der erst in den vergangenen Jahren große Sprünge im Fernsehen machte.

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Und nun also Gottschalks RTL-Castingshow-Premiere. Der Auftakt der Show «Das Supertalent» war ein Zusammenschnitt mehrerer Aufzeichnungen im Berliner Tempodrom im August. Die Show war am Samstagabend zwar der Quotensieger, startete aber schwächer als im vergangenen Jahr. Im Schnitt 6,34 Millionen Menschen schalteten ein (Marktanteil 22,0 Prozent). 2011 hatte die erste Ausgabe der Reihe noch 7,3 Millionen Zuschauer - die ganze Staffel mit 13 Sendungen kam damals auf durchschnittlich 6,92 Millionen Zuschauer. Dieses Jahr soll es 14 Sendungen bis Dezember geben - drei davon am Schluss live.

Doch auch der Mischmasch aus der Konserve am Samstag machte recht deutlich: Der Chef im Ring der neuen Dreier-Jury bleibt Bohlen. Der 62-jährige Ex-«Wetten, dass..?»-Gastgeber Gottschalk durfte zwar bei jedem Kandidaten, der sich präsentierte, seinen Senf dazu geben - aber die echten Entscheidungen über das Wohl und Wehe der Bewerber um den Titel «Das Supertalent» traf Bohlen, auch wenn er sich verbal im Vergleich zu sonst etwas zurücknahm.

Gottschalks neuer Sender, RTL, hält dem Neuzugang jedoch den Rücken frei. «Ganz klar, Thomas Gottschalk geht mit uns ein Stück Risiko ein», sagte Unterhaltungschef Tom Sänger vor der TV-Premiere dem «Tagesspiegel». Gottschalk sei von 23 ZDF-Jahren mit «Wetten, dass..?» geprägt und trete jetzt in einem Format auf, in dem ihn das Publikum nicht erwarte. Ob der Entertainer noch bei der nächsten Staffel dabei sei, ließ Sänger offen. Gottschalk war nach seinem im Frühjahr gescheiterten ARD-Ausflug zu RTL gestoßen. Noch zu ZDF-Zeiten hatte er viele Castingshows heftig kritisiert, doch nach seinem Wechsel zu RTL seine Meinung deutlich revidiert.

Gottschalk überließ gleich zu Beginn der Show das Urteil seinem Nebenmann Bohlen, als ein neunjähriger Junge gesungen hatte. «Onkel Dieter ist ein begabter Musiker - der wird Dir erklären, was ein Musiker braucht.» Ein Papagei, der die erste Strophe von «Hänschen klein» krächzte, stand bei Gottschalk («Ist das Repertoire noch zu erweitern?») schon auf der Abschussliste, bevor Bohlen ihn überredete: «Weiter, Thomas, ja?» - Bohlen war auch der erste, der den neuen «goldenen Stern-Buzzer» drückte und einen Kandidaten direkt ins Halbfinale lotste.

Gottschalk blieb trotz Mitsprache die Nebenrolle mit Anflug von Hofnarr und Sidekick. Mit gelegentlichen Bonmots, wenn auch auf Sparflamme, versuchte er seine leichte, zu Anfang ersichtliche Verkrampfung zu lockern. Zum Beispiel: Als ein «Handfurzer» allein mit der Kraft seiner Finger Dieter Bohlens alten Modern-Talking-Titel «Cheri Cheri Lady» darbot, entfuhr es Gottschalk: «Er hat was aus dem Lied gemacht!» Etwas forscher wurde er dann auch schon mal bei einem Sänger, der sich als Wolfgang-Petry-Imitat versuchte: «Das heißt hier Supertalent - Du hast Dich verlaufen.»

Jurorin Nummer drei, Michelle Hunziker (35), nahm zwischen beiden Männern Platz, wandte sich jedoch immer etwas von Bohlen ab und ihrem ehemaligen «Wetten, dass..?»-Partner zu. Sie blieb weitgehend farblos.

Ganz zum Schluss der Show deutete RTL an, wie sich Michelle beim Auftritt eines Magiers, der sie über die Bühne schleudert, verletzte. Aber Achtung, Cliffhanger: Die Auflösung der «Katastrophe» folgt erst nächsten Samstag.

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