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B.B. - Ein Sex-Symbol, das sich hässlich fühlte

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Brigitte Bardot: Ich fühlte mich hässlich
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Brigitte Bardot (1965) war eines der bekanntes Sexsymbole der 60er Jahre. Foto: dpa Foto: dpa

Paris (dpa) - Halb Lolita, halb Vamp, eine Mischung aus Busenwunder, Kindfrau und naiver Unschuld: Millionen von Männer träumten in den 50er und 60er Jahren von einer Nacht mit Brigitte Bardot. Wenige Tage vor ihrem 78. Geburtstag am 28. September gesteht die Französin nun ein, wie sehr sie damals unter Ruhm und Selbstzweifeln litt.


»Ich versuchte, mich so hübsch wie möglich zu machen und dennoch: Ich fühlte mich hässlich«, sagte die frühere Film-Diva in einem Interview des Männermagazins »Vogue Hommes International«. Sie habe riesige Angst gehabt, die Erwartungen nicht erfüllen zu können und sich kaum aus dem Haus getraut. Erst im Alter sei dies vorübergegangen.

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Die sehr persönlichen Äußerungen der B.B. sind eine kleine Sensation. Seit Jahren gibt sie (»Und ewig lockt das Weib«) kaum noch Interviews. Lediglich die Mitarbeiter ihrer Tierschutz-Stiftung dürfen sie regelmäßig zitieren - zum Beispiel mit bitterböser Kritik an Spaniens König Juan Carlos, der in Afrika bei der Elefantenjagd fotografiert wurde.

Der Einsatz für notleidende Tiere sei das, was sie tägliche motiviere aufzustehen, betonte Bardot auch in dem Interview und gab gleichzeitig zu, wegen Hüftproblemen nur noch schlecht auf den Beinen zu sein. »Ich kann nicht mehr spazieren gehen, ich kann nicht mehr schwimmen«, erzählte sie.

Ihre Entscheidung, die Film-Karriere bereits mit Anfang 40 an den Nagel gehängt zu haben, bereute Bardot nicht. Die Berühmtheit hat sie nach eigenen Angaben fast umgebracht. »Niemand kann sich vorstellen, wie grauenerregend das war. Ein Martyrium. Ich konnte nicht so leben«, erinnerte sich Bardot, die heute zurückgezogen in Saint-Tropez am Mittelmeer lebt.

Zu ihrem Image als Sex-Symbol scheint Bardot heute ein etwas widersprüchliches Verhältnis zu haben. Auf der einen Seite entschied sie, dass neben dem Interview keine aktuellen Fotos, sondern lediglich Aufnahmen aus ihrer früherem Leben als Schauspielerin stehen sollten. Auf der anderen Seite sagte sie, dass sie die Erwartungen anderer nicht mehr belasten.

»Heute ist mir das piepegal. Ich will nicht mehr verführen. Nichts und niemanden«, betonte die Französin, die mit ihrem Schmollmund Fantasien von Männer beflügelte. Von denen halte sie zudem nicht allzu viel. »Ich weiß, dass ich mehr Mumm habe als viele Männer. Sie könnten sich ein Beispiel an mir nehmen.«

Tierschutz-Stiftung von Bardot