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Er musste nach der ersten Halbzeit deutliche Worte sprechen – und durfte sich anschließend über eine starke zweite Hälfte seiner Mannschaft freuen: TVT-Cheftrainer Tobias Guggenhuber. (Foto: Weitz)

Chiemgau Baskets ringen Landshut nieder

Die Chiemgau Baskets behalten ihre weiße Weste: In einem spannungsreichen Duell besiegten die Basketballer des TV Traunstein die TG Landshut mit 75:58, nachdem sie erstmals in dieser Saison einen Halbzeitrückstand aufholen mussten. In der Bayernliga-Tabelle sind die Traunsteiner weiterhin Zweiter hinter dem zuletzt spielfreien und nun punktgleichen TV Dingolfing, der ein geringfügig besseres Korbverhältnis aufweist. 


Das Spitzenspiel des Tabellenzweiten gegen den Dritten war das erhoffte Basketball-Highlight und bot einen abwechslungsreichen Spielverlauf. Vor gut 200 Zuschauern erwischte das Team von Baskets-Cheftrainer Tobias Guggenhuber den besseren Start und setzte sich nach fünf Minuten mit 13:2 ab. Doch mit den ersten Spielerwechseln ließen die TVTler deutlich nach. Ende des ersten Viertels war ihr Vorsprung auf 17:16 zusammengeschrumpft.

Nach Wiederanpfiff wurde es nicht besser – im Gegenteil. »Im zweiten Viertel haben wir das Spiel ganz schön hergegeben«, bedauerte Guggenhuber. »Wir hatten über weite Strecken keine Antwort auf die gegnerische Zonenverteidigung.« Aber auch in der eigenen Defensive hatten die Traunsteiner Probleme, den ausgeglichen besetzten Gegner in Schach zu halten, der über viele großgewachsene und gut ausgebildete Spieler verfügte. »Sie hatten einen hervorragenden Matchplan«, lobte Guggenhuber die taktische Einstellung der Landshuter durch Coach Paolo Maspero.

Dementsprechend ging das zweite Viertel auch mit 8:18 verloren und die Traunsteiner lagen zur Halbzeit mit neun Punkten hinten. Das war eine ungewohnte Situation für das Team, das bisher viele Spiele schon zur Pause für sich entschieden und selbst beim knappen Sieg beim TSV Vaterstetten zur Halbzeit vorne gelegen hatte.

»Wir dürfen diesen ersten Run, den wir hatten, nicht so einfach wieder hergeben«, ärgerte sich Guggenhuber, der in der Pausenansprache laut wurde – was dann auch fruchtete. »Wir haben in der zweiten Hälfte verstanden, wie wir gegen die Zone arbeiten müssen«, lobte der Bad Aiblinger sein Team. »Aber wir haben das Spiel am Ende auch mit unserer eigenen Zonenverteidigung gewonnen. Wir hatten zwölf Possessions – also Angriffe des Gegners, die zu keinem Korberfolg geführt haben.« Mitte des dritten Viertels gelang den Traunsteinern ein wichtiger 6:0-Lauf, unter anderem dank eines Steals von Kazuhiko Yokoyama. »Dann lief das Spiel zu unseren Gunsten«, resümierte Guggenhuber.

Die knappen Bälle, die die Traunsteiner vorher noch verloren hatten, konnten sie nun behaupten, auch im Rebound waren sie wieder erfolgreicher. Felix Schwankner stellte mit einem sehenswerten Dreier Sekunden vor Abpfiff des Viertels die Führung wieder her: 50:49. Damit war die Gegenwehr der Landshuter gebrochen. Die Niederbayern begannen nun, mit einigen Schiedsrichterentscheidungen zu hadern, fanden aber kein Mittel mehr gegen die wieder souverän aufspielenden Traunsteiner, die Punkt um Punkt ihren Vorsprung ausbauten und auf das Endergebnis von 75:58 stellten.

»Ich bin mit dem Aufbäumen in der zweiten Halbzeit sehr zufrieden«, freute sich Tobias Guggenhuber. Er mahnte aber auch: »Die 15 schwachen Minuten dürfen nicht passieren. Dass wir in Rückstand geraten und diesen aufholen müssen, hätte man sich bereits am Anfang sparen können – dann wäre das Spiel sicher noch deutlicher ausgegangen.« Insgesamt habe man aber seiner Meinung nach in der Höhe verdient gewonnen.

Nach diesem harten Stück Arbeit müssen die Chiemgau Baskets nun bei den zwei Teams vom Tabellenende antreten. Am kommenden Wochenende geht es zu den Fireballs Bad Aibling, die in sechs Spielen erst einen Sieg verbuchen konnten, und dann zu den noch sieglosen Baskets Vilsbiburg II. Am 7. Januar 2023 kommt es in Traunstein zum Duell mit dem Spitzenreiter TV Dingolfing.

Chiemgau Baskets: Garric Young (21 Punkte), Kazuhiko Yokoyama (19/4 Dreier), Jakob Kock (11), Markus Haindl (12/1), Victor Langner (3/1), Felix Schwankner (6/1), Thomas Weber (3/1), Noel Friedl, Valentin Rausch.

SR