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Feuerwehren und BRK im Großeinsatz: »Die umfangreichen Planungen haben sich ausbezahlt!«

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Simone Goëss (links), Margit Harrer (Zweite von links) und Hans-Peter Harrer vom Traunsteiner BRK-Team freuten sich über ein Erinnerungsfoto mit Ex-Biathletin Laura Dahlmeier, die in Ruhpolding für das ZDF im Einsatz war. (Foto: Brenninger)

Ruhpolding – Zehntausende Biathlon-Fans sind die vergangenen Tage in der Chiemgau-Arena und im Ruhpoldinger Champions-Park zu Gast gewesen. Der Weltcup forderte auch wieder die Einsatzkräfte – und die zogen nun allesamt zufrieden Bilanz.


Das Bayerische Rote Kreuz war während der fünf Wettkampftage mit 320 ehrenamtlichen Helfer im Einsatz. »Unsere Hauptaufgabe ist die medizinische Versorgung von Zuschauern, Sportlern und Veranstaltungsmitarbeitern. Im Stadion und entlang der Loipe haben wir zwölf gut sichtbare Erste-Hilfe-Stationen eingerichtet, die jeweils durchgehend von drei bis vier Helfern besetzt waren. Verletzte oder erkrankte Personen wurden von dort entweder zur Weiterbehandlung in unsere Unfallhilfestelle am Stadioneingang begleitet oder bei ernsteren Fällen vom Roten Kreuz in die umliegenden Kliniken transportiert«, berichtet Jakob Goëss, der BRK-Einsatzleiter vor Ort.

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Für den Transport standen stets 14 Rettungswagen sowie ein bergungstaugliches Quad bereit. Der Sportbereich wurde zusätzlich von Helfern der Bergwacht betreut. Die sanitätsdienstliche Koordinierung des Großeinsatzes leistete der BRK-Kreisverband Traunstein. Hierzu wurde eine Einsatzzentrale im Rico-Groß-Haus eingerichtet.

Medizinisch versorgt wurden vom Roten Kreuz während des Weltcups insgesamt 119 Patienten. Häufig waren in diesem Jahr Kreislaufprobleme sowie kleinere Verletzungen. 21 Personen mussten von den BRK-Helfern für weitere Behandlungsmaßnahmen ins Krankenhaus gebracht werden, darunter auch zwei Weltcup-Besucher, die bei einem Verkehrsunfall verletzt wurden. »An jedem Wettkampftag waren bis zu 120 BRK-Helfer im Einsatz. Gemeinsam haben sie während des Weltcups 4566 Stunden ehrenamtlichen Dienst geleistet«, bilanzierte Goëss. Die große Mehrheit der Helfer gehört den Bereitschaften des BRK-Kreisverbandes Traunstein an. Sie werden unterstützt von Rotkreuzlern aus fast allen oberbayerischen BRK-Kreisverbänden.

Auch das Fazit der Polizei fiel positiv aus. »Der polizeiliche Einsatz anlässlich des Biathlon-Weltcups verlief nahezu störungsfrei und kann als voller Erfolg aus Sicht der Sicherheitsplanung bezeichnet werden«, betonte Einsatzleiterin Polizeioberrätin Angelika Deiml. Sie ergänzte noch: Ein herzliches »Vergelt's Gott« hierbei an alle eingesetzten Polizeikräfte und die Kräfte des Rettungsdienstes, der Feuerwehren und des Veranstalters, die durch ihre Motivation und ihr Engagement entscheidend zum Erfolg des gelungenen Ablaufs beigetragen haben«.

Ein kleiner Wermutstropfen trübte das ansonsten rundum gelungene Weltcup-Wochenende. Am letzten Veranstaltungstag kam es nach dem Wettkampfende an der Bushaltestelle der Chiemgau-Arena zu einem Verkehrsunfall, wobei sich zwei Shuttlebusse beim Vorbeifahren leicht touchierten. An einem der Busse zerbarst eine Glasscheibe. Durch herumfliegende Glassplitter wurden sieben Bus-Insassen leicht verletzt und mussten ambulant behandelt werden, teilte die Polizei mit. Im Champions-Park blieb es am Abend friedlich. Laut Polizei kam es nur zu einer Körperverletzung, wobei der Geschädigte nur leicht verletzt wurde.

Alle Hände voll zu tun hatten die ehrenamtlichen Helfer der Feuerwehren. In den frühen Morgenstunden des Sonntags kam es zu einem größeren Brand einer Hütte nahe dem Ortszentrum von Ruhpolding (zum Bericht). Zudem war bei einigen Verkehrsunfällen Hilfeleistungen nötig. Bei der Sicherheitswache innerhalb der Chiemgau-Arena waren hingegen keine größeren Einsätze angefallen. Als eine der größten Herausforderungen galt die Koordination des Besucherabtransports. Die Einsatzkräfte koordinierten bis zu 50 Busse, damit die Besucher zeitnah aus der Arena kamen.

Neben der Feuerwehr Ruhpolding waren auch die Wehren aus Inzell, Hammer, Siegsdorf und Eisenärzt mit einem Großaufgebot im Einsatz. Täglich waren 80 ehrenamtliche Feuerwehrkräfte gefordert. Kreisbrandrat Christof Grundner zeigte sich sichtlich zufrieden mit dem Verlauf. »Die umfangreichen Planungen haben sich bezahlt gemacht.« Dies zeigte sich besonders beim Brand in den frühen Morgenstunden des Sonntags. Hier waren die Feuerwehren Ruhpolding und Eisenärzt über mehrere Stunden mit einem Teil der Mannschaft sowie der Ausrüstung gebunden. Daraufhin wurde als Ergänzung der Sicherheitswache an der Arena die Feuerwehr Reit im Winkl alarmiert, damit der Veranstaltungsbetrieb reibungslos anlaufen konnte. Für das Ortsgebiet Reit in Winkl wurde ein Fahrzeug samt Mannschaft aus Grassau als Gebietsabsicherung alarmiert.

Auch der Kommandant der Feuerwehr Ruhpolding, Michael Mayer, zog ein positives Fazit: »Diese Großveranstaltung ist seitens der Feuerwehren professionell abgearbeitet worden und auch die Gebietsabsicherung für die angrenzenden Gemeinden habe einwandfrei funktioniert.«

Für Michael Mayer ist dieser Großeinsatz Jahr für Jahr etwas Besonderes. »Es gibt unter den Einsatzkräften kein böses Wort und jeder einzelne ist mit vollem Engagement dabei«, lobte er. »Diese Freude überträgt sich letztlich auch an die Fans aus aller Welt. Insbesondere an den kritischen Punkten bei den Warteschlangen für die Busse sorgte dies dafür, dass es dort kaum Probleme gab«, hob er hervor. hob/SB/fb

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Der Kommandant der Feuerwehr Ruhpolding, Michael Mayer (rechts), zeigte sich sehr zufrieden mit dem Einsatz beim Weltcup. (Foto: Kreisfeuerwehrverband Traunstein)