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Beste Bedingungen: Ruhpolding Vorreiter im Snow-Farming – Schneedepot leer

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Ruhpolding ist ein Vorreiter im Snow-Farming beim Biathlon-Weltcup – Schneedepot leer
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Herbert Ringsgwandl, Leiter der Tourist-Info, und Frank Oette, der neue Geschäftsführer der Tourismusgesellschaft Ruhpolding und Medienchef des Ruhpoldinger Weltcups, genossen am Mittwoch die Stimmung in der Chiemgau-Arena. 8000 Zuschauer kamen gestern zum ersten Wettkampf. (Foto: Brenninger)

Dem Wintersport macht in dieser Saison vor allem eines zu schaffen: der wenige Schnee. Ruhpolding ist allerdings bestens gerüstet und gilt als Vorzeigeprojekt, was das sogenannte Snow-Farming betrifft.


»Wir haben in diesem Bereich langjährige Erfahrungen«, betonte Engelbert Schweiger in der Pressekonferenz des Organisationskomitees. Als Leiter der Chiemgau-Arena fungiert er zugleich im Weltcup-OK als Generalsekretär. Bereits seit der Saison 2004/2005 wird in Ruhpolding der Schnee überwintert.

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Auch nach dem vergangenen Winter sei das Schneedepot mit 14.000 Kubikmetern wieder gefüllt gewesen. »Leider sind uns in etwa nur 9500 Kubikmeter übrig geblieben«, gab er bekannt. »Der Verlust war also höher als in den vergangenen Jahren.«

Man habe ein bisschen gerätselt, woran das gelegen habe. »Weil wir ja am Verfahren nichts geändert haben«, sagte Schweiger weiter. Nach dem Austausch mit Hochfilzen und den Wissenschaftlern der FIS sei man zu dem Ergebnis gekommen, »dass die starken Schneefälle des vergangenen Jahres das Ganze beeinträchtig haben«. Schweiger ergänzte: »Der Naturschnee hat den Kunstschnee, der schon im Depot war, also angegriffen. Das war schon kurios.«

Dennoch haben es die Ruhpoldinger auch in dieser Saison wieder geschafft, perfekte Wettkampf- und vor allem auch Trainingsbedingungen für die Athleten aller Altersklassen zu schaffen. »Wir sind ja nicht nur eine Veranstaltungsstätte«, hob Schweiger hervor. Für diese Saison habe man das Beschneiungsziel also erreicht, ergänzte er. »Unsere Aufgabe ist es jetzt, auch wieder unser Schneedepot, das derzeit noch leer ist, für den nächsten Winter zu füllen. Dafür werden wir jede Minute ausnutzen, die uns das Wetter für eine Beschneiung gibt.«

Sicherheitskonzept überarbeitet

OK-Chef und Bürgermeister Claus Pichler ging kurz auf das überarbeitete Sicherheitskonzept ein. Der große Parkplatz direkt an der Chiemgau-Arena ist seit dem vergangenen Weltcup den Sicherheitskräften vorbehalten. Zudem sei es auch weiterhin das Ziel, den Individualverkehr so niedrig wie möglich zu halten, hob er hervor. Er wies dabei auf den Shuttle-Service hin.

Die Chiemgau-Arena soll künftig übrigens auch ganzjährig ein Zuschauer-Magnet sein. »Wir haben eine ganze Reihe von Maßnahmen ergriffen, die die touristische Attraktivität der Anlage steigen wird«, betonte Pichler. Ruhpolding sei in Sachen Biathlon immer ein Vorreiter gewesen, betonte er stolz. Man habe der Sportart viele Impulse geben können.

Er hob hervor, dass die Kommune alleine so eine Sportstätte aber nicht finanzieren könne. »Es muss auch von Bund und Land künftig mehr Geld geben«, betonte der Bürgermeister. »Wir sind aber in Gesprächen. Das Ganze ist jedenfalls auch eine sportliche Herausforderung für jeden Kommunalpolitiker.«

Der Vorsitzende des SC Ruhpolding, Herbert Fritzenwenger, ging noch kurz auf die Umbauten in der Chiemgau-Arena ein. Man habe für die Sportler im Zielausgangsbereich Umziehmöglichkeiten geschaffen. »Damit können sie sich erst umziehen und dann durch die Mixedzone gehen und Interviews geben. Das war ein Wunsch der Athleten«, sagte er. »Und sie sind jetzt zufrieden.«

Frank Oette, der neue Geschäftsführer der Tourismusgesellschaft Ruhpolding und Medienchef beim Ruhpoldinger Weltcup, freut sich auf seine erste Weltcup-Woche. »Der Biathlon-Weltcup ist eine Initialzündung für touristische Investitionen«, sagte er. »Während des Weltcups haben wir eine Auslastung an die 100 Prozent. Die Strahlkraft geht zudem weit darüber hinaus. Ich bin froh, dass wir ein solches Weltcup-Event hier haben, denn es pusht uns immer wieder.« SB