Landkreis Traunstein

Keine Gefahr für Traunsteiner Trinkwasser

Ein dünner Ölfilm auf dem Leitungswasser – davor müssen sich Verbraucher in Traunstein, Inzell und Ruhpolding nicht fürchten. Dieses Mal ist man mit einem blauen Auge davon gekommen. So viel steht für die Stadtwerke Traunstein fest – fünf Tage nach dem Vorfall in der Laubau (wir berichteten). Auf dem Gelände der Chiemgau-Arena waren am Dreikönigstag mehrere hundert Liter Heizöl aus einem Tank ausgelaufen sind.

  • Die mobilen Heizungen sorgen dafür, dass es im VIP-Zelt in der Chiemgau-Arena angenehm warm ist. In den Tanks wird das Heizöl aufbewahrt. Sie fassen jeweils rund 1000 Liter. (Foto: Hohler)

»Es besteht für die Verbraucher keine akute Gefahr«, bestätigt der Geschäftsführer der Stadtwerke Traunstein, Stefan Will, dem Traunsteiner Tagblatt. Traunstein sowie Ruhpolding und Inzell beziehen aus dem Wasserschutzgebiet Laubau ihr Trinkwasser. Drei Brunnen gibt es dort, die das öffentliche Wassernetz speisen. Wie das Landratsamt mitteilt, wurde wegen des Vorfalls vorsorglich der nahe gelegene Brunnen III abgeschaltet, sodass eine gesundheitliche Beeinträchtigung ausgeschlossen werden kann. Mit Heizöl belastet ist das Trinkwasser nicht.

Stück für Stück ergibt sich nun ein Bild, welche Heizölmenge tatsächlich ausgelaufen ist und möglicherweise den Boden kontaminiert hat. 450 Liter Heizöl fehlen nachweislich in dem Tank, vom dem sich der Schlauch löste. Die Heizung lief am Freitagvormittag bereits, als entdeckt wurde, dass Öl austritt. »Wir gehen davon aus, dass rund 200 Liter Heizöl ausgelaufen sind, davon rund 30 Liter in einen Versorgungsschacht«, heißt es am Dienstag aus der zuständigen Abteilung für technischen Gewässerschutz am Wasserwirtschaftsamt Traunstein. Das restliche Öl sei wohl bereits verheizt worden.

Keine Auffangwanne unter den Tanks

Ein kleiner Teil des Öls konnte über ein Leerrohr für Stromkabel, das zu diesem Zeitpunkt nicht verschlossen war, in einen Versorgungsschacht gelangen. Der Großteil lief unter den Tank, der nicht in einem Auffangbecken steht, und unter das VIP-Zelt, heißt es aus dem Wasserwirtschaftsamt. Dort konnte es von der Feuerwehr gebunden und entfernt werden. Der gefrorene Boden habe Schlimmeres verhindert.

Aus dem Versorgungsschacht konnte jedoch nicht das komplette Heizöl, das in den nicht gefrorenen Kiesboden gelaufen war, abgesaugt werden. Der Schacht drohte einzustürzen. Doch die Probebohrung am Montag habe zumindest etwas aufatmen lassen. Nun heißt es abwarten, bis das Ergebnis der geologischen Untersuchung feststeht.

Individuelle Auflagen für Wasserschutzgebiet

Zwar gilt auch für das Wasserschutzgebiet Laubau seit Februar 2002 eine eigene Verordnung, die individuelle Auflagen enthält. Ob kurzfristig oder generell Heizöltanks an dieser Stelle im Wasserschutzgebiet überhaupt stehen dürfen, klärt derzeit das zuständige Landratsamt Traunstein.

Doppelwandige Tanks reichen nicht aus

Das konkrete Problem bei diesem Vorfall ist das Fehlen von Auffangwannen unter den Tanks. Es handelt sich zwar um doppelwandige Tanks – damit ist ein wesentliches Sicherheitskriterium erfüllt – ein Ölaustritt auf den Boden durch den gelösten Schlauch konnte so aber nicht verhindert werden. Daher wird für die Zukunft geprüft, ob weitere Sicherheitseinrichtungen erforderlich sind, so Landratsamtssprecher Schneider.

Aktuell seien bereits Maßnahmen besprochen worden, die einen erneuten Unfall ausschließen sollen. Unter anderem sollen neue Klemmschellen angebracht, neue Verklebungen vorgenommen und der Schacht, über den das Öl in den Untergrund gelangte, abgedeckt werden. In der kommenden Saison soll dann ein anderes Tank1-Versorgungssystem organisiert werden.

Damit während des Biathlon-Weltcups nichts mehr schief geht, war am Dienstag ein Tanksachverständiger nochmals in Ruhpolding. Regelmäßige Sichtkontrollen wurden vereinbart. vew

Mehr zum Biathlon-Weltcup in Ruhpolding lesen Sie auf unseren Sonderseiten im Sportteil.

Quelle: Traunsteiner Tagblatt

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