Lokalnachrichten

Heizöl in der Chiemgau-Arena ausgelaufen

Ruhpolding – Kurz vor dem Start des Biathlon-Weltcups in Ruhpolding sind auf dem Gelände der Chiemgau Arena 450 Liter Heizöl aus einem Tank ausgelaufen – in einem Gebiet, das an ein Naturschutzgebiet angrenzt. Der Vorfall ereignete sich bereits am Freitag, doch erst jetzt wurde er bekannt, nachdem das Traunsteiner Tagblatt einen Hinweis erhalten hatte.

  • Aus einem Tank für ein mobiles Heizgerät am VIP-Zelt in der Chiemgau-Arena traten 450 Liter Heizöl aus.

Wie die Polizei Traunstein auf Nachfrage berichtet, ist am Dreikönigstag gegen 10.30 Uhr aus einem Heizöltank im Biathlonzentrum Öl ausgetreten. Der Tank, der rund 1000 Liter Heizöl fasst und ein mobiles Heizgerät mit Treibstoff versorgt, steht neben dem VIP-Zelt. Von diesem Tank hatte sich nach bisherigen Erkenntnissen ein Schlauch gelöst. Warum, das ist bislang unklar.

»Nichts wird unter den Teppich gekehrt«

Ruhpoldings Bürgermeister Claus Pichler bestätigt den Vorfall gegenüber dem Traunsteiner Tagblatt. »Wir haben kein Interesse daran, dass etwas unter den Teppich gekehrt wird«, so Pichler. Daher habe man bereits am Freitag alles unternommen, um den Schaden so gering wie möglich zu halten. So waren etwa Experten vom Wasserwirtschaftsamt in Traunstein am Freitag in Ruhpolding, um den Schaden zu begutachten. Ein Mitarbeiter der Gemeinde habe beim Zeltaufbau bemerkt, dass der Tank undicht sei.

Dabei hat man in Ruhpolding noch mal großes Glück gehabt, so sieht es auch der Leiter des Wasserwirtschaftsamts Traunstein, Walter Raith. »Es sind 450 Liter Heizöl ausgetreten, der gefrorene Boden hat das Eindringen eines Großteils des Heizöls in den Boden aber verhindert«, so Raith. Die Feuerwehr habe das Heizöl an der Oberfläche gebunden. Der lose Boden wurde abgesaugt. Rund 30 Liter sind allerdings in einen Schacht gesickert, in dem der Boden nicht gefroren war. Gefahr für das Grundwasser habe aber nach Aussage von Pichler zu keinem Zeitpunkt bestanden. Dennoch sei vorsorglich der »Brunnen 2« vom Versorgungsnetz genommen worden – »eine reine Vorsichtsmaßnahme«, wie Raith betont.

Am Montagnachmittag rückte ein Spezialgeologe zu Probebohrungen an. »Wir sind mit einem blauen Auge davon gekommen«, so Pichler. Die erste Probebohrung in das kiesige Erdreich in rund sechs Metern Tiefe habe nur minimale Spuren nachweisen können. Akuter Handlungsbedarf bestehe nicht. Für Besucher des Biathlon-Weltcups bestehe kein Risiko, heißt es aus Ruhpolding.

Bodengutachten: Ergebnis nächste Woche

Derzeit werde alles abgedichtet, damit Regen oder Tauwetter das ausgetretene Heizöl nicht noch weiter ins Erdreich schwemmen können. Für das Grundwasser besteht laut Pichler aber keine Gefahr: »Der Grundwasserspiegel liegt an dieser Stelle bei rund 20 Metern.« Sobald der Boden auftaue, werde das Erdreich gegebenenfalls ausgetauscht. Ob dies nötig ist, wird das geologische Gutachten ergeben. Das Ergebnis der Untersuchung soll erst in der kommenden Woche feststehen. vew

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Quelle: Traunsteiner Tagblatt

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